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Lochham:Nicht alles, was glänzt, ist Gold

Diebe stehlen aus Michaelskirche ein Altarkreuz aus Messing

Bernd Reichert, Pfarrer der evangelischen Michaelskirche im Gräfelfinger Ortsteil Lochham, hat einen außergewöhnlichen Diebstahl zu beklagen: Das Altarkreuz ist weg. Er zeigte die Tat bei der Polizei an. Jetzt ermittelt laut Reichert die Kriminalpolizei, weil das Entwenden des religiösen Symbols als schwerer Diebstahl gelte.

Gerade mal 40 auf 40 Zentimeter misst das Altarkreuz, es ziert(e) auf einem kleinen Sockel den Altar. Es sieht golden aus, ist aber aus Messing und damit nicht besonders wertvoll, meint Reichert. Vermutlich habe der oder die unbekannten Täter den Wert des Kreuzes falsch eingeschätzt. Das Kreuz hat einst der Künstler Helmut Ammann entworfen, wie auch das Mosaik hinter dem Altar und den gesamten Altarraum. Das Kreuz habe einst 3000 Mark gekostet, seit 1984 stehe es auf dem Altar. Möglicherweise wird das Kreuz auf Ebay versteigert oder taucht bei Pfandleihern auf, habe die Polizei gemutmaßt. Bernd Reichert ist jedenfalls "sprachlos", wie er selbst sagt. Es ist der erste Diebstahl, den die Kirche zu beklagen hat. Im Jahr 2004 sei zwar ein Opferstock aufgebrochen worden, der Hausmeister habe die Täter aber ertappt, diese konnten jedoch fliehen. Die Kirche steht den ganzen Tag offen, sagt Reichert. Das soll auch so bleiben, "jetzt erst recht". Er wolle nicht sein Vertrauen in die Menschen verlieren. Der Pfarrer hegt wenig Hoffnung, dass das Kreuz wiedergefunden wird.

In der Mitte des Diebesguts ist im Übrigen ein violetter, ungeschliffener Amethyst eingearbeitet. Dem Stein sagt man vielfache Wirkung nach, unter anderem, dass er eine abwehrende Wirkung gegen Diebstahl habe. In Lochham hat das offensichtlich nicht funktioniert.

© SZ vom 21.11.2015 / jae

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