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Live-Stream:Fegefeuer der Eitelkeiten

Das Gärtnerplatztheater feiert "Primadonnen": Vier Sopranistinnen singen sich durch die Operngeschichte.

Von Rita Argauer

Wer begehrt ist, der hat Macht. Der kann sich einiges erlauben, denn der größte Triumph liegt in der Anwesenheit des jeweiligen. Oder im Gesang. Wie bei Opern-Diven. Kaum ein anderer Theaterberuf ist derart von Klischees überfrachtet, wie der der Primadonna. Die erste Sopranistin. Höchste Kunst. Höchste Empfindsamkeit. Höchste Eitelkeit. Das Gärtnerplatztheater widmet dieser Kunstfigur der Theaterwelt nun eine Stream-Premiere.

Nicole Claudia Weber konzipierte und inszenierte einen Abend für vier Sopranistinnen: Die Ensemblemitglieder Mária Celeng, Jennifer O'Loughlin, Camille Schnoor und Judith Spießer singen und mimen die großen Primadonnen der Operngeschichte. Und um diese ranken sich prächtige Geschichten. Da das Pausengespräch aber bei den Stream-Premieren ausfallen muss, hat das Theater zum Zeitvertreib einen Quiz auf die Homepage gestellt. Wer sich also fragt, warum Adelina Patti eine Vorstellung von "La Traviata" in Boston ohne Schuhe begann, was es mit dem Londoner Primadonnenboxkampf von 1727 auf sich hat oder warum Nellie Melba den Dirigenten Bimboni auf den Kopf schlug, kann online darüber rätseln und die Lösungen erfahren. Live auf der Bühne dürfte es diesmal weniger blutrünstig als musikalisch abwechslungsreich zugehen. Passende Stücke wie Mozarts "Ich bin die erste Sängerin", Arien wie Bellinis "Mira, o Norma" bis Gilberts und Sullivans "Three Little Maids From School Are We" sind angekündigt, es spielt das Orchester des Gärtnerplatztheaters unter Darijan Ivezić, der mit dieser Premiere sein Deutschland-Debüt gibt.

Primadonnen - die Diven vom Gärtnerplatz, Samstag, 13. März, 19 Uhr, Stream unter www.gaertnerplatztheater.de

© SZ vom 11.03.2021
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