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Langwied:Bojen stoppen Badegäste

Ufer-Biotope an der Seenplatte sollen besser geschützt werden

Von Ellen Draxel, Langwied

An der Langwieder Seenplatte herrscht derzeit winterliche Ruhe. Im Sommer dagegen liegen hier Badegäste dicht an dicht auf der Wiese, pflügen Schwimmer, Stand-Up-Paddler sowie Schlauchboot-Kapitäne durchs Wasser. So viele waren es in den vergangenen Sommermonaten, dass sich Naturschützer um die Biotopflächen an den Ufern Sorgen machten. Denn der Langwieder und der Lußsee sind nicht nur Bade-Oasen, sie beherbergen auch wertvolle Biotopflächen. Und diese sensiblen Naturzonen sind zwar vom Land aus durch Zäune geschützt, von der Wasserseite her aber nicht als solche erkennbar. Paddler überschritten im Sommer deshalb immer wieder die unsichtbare Grenze zu den geschützten Bereichen und störten dabei beispielsweise am Ufer nistende Schilfbrüter.

In der kommenden Badesaison sollen solche Grenzüberschreitungen der Vergangenheit angehören. Die Abteilung Gartenbau im Baureferat will 2021 in Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde beschriftete Bojen in ausreichendem Abstand zu den schützenswerten Bereichen anbringen - im Langwieder See nordöstlich der Wasserwacht-Station und im Lußsee gegenüber dem Bootshaus der Wasserwacht. Außerdem soll die Grünanlagen-Beschilderung an den Zugängen zum Badegelände um einen Hinweis auf die Gewässerbiotope ergänzt werden.

Der Bund Naturschutz, Aubings Lokalpolitiker und Stadträte von ÖDP und Freien Wählern, die die Verwaltung auf den Missstand aufmerksam gemacht hatten, hätten sich auch schwimmende Ketten als Abstandshalter vorstellen können. Doch eine solche Lösung sieht man beim Baureferat kritisch: "Die Ketten könnten reißen und in die Biotopflächen abdriften", fürchtet die Behörde. Oder selbst als Barriere für auf der Wasseroberfläche schwimmende Tiere wirken.

© SZ vom 28.12.2020
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