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Verkehr:Nur noch 30 in Unterhaching

Landratsamt erlaubt Tempolimits auf Hauptstraßen in der Nacht

Lärm kommt in Unterhaching nicht nur vom Verkehr auf den beiden Autobahnen, von denen die Gemeinde geradezu umzingelt ist; auch die Hauptverkehrsstraßen innerhalb des Orts machen den Bewohnern zu schaffen. Die SPD-Fraktion hatte im März 2016 daher im Gemeinderat den Antrag gestellt, auf den Kreis- und Staatsstraßen in der Gemeinde ein nächtliches Tempolimit von 30 Stundenkilometern einzuführen. Mehr als drei Jahre später hat das Landratsamt München dem nun zugestimmt.

Demnach gilt demnächst nachts zwischen 22 und 6 Uhr auf folgenden Straßenabschnitten Tempo 30: Biberger Straße zwischen der Einmündung Leipziger Straße und Hauptstraße 79, Münchner Straße zwischen Karl-Mathes-Straße und dem Anwesen Münchner Straße 6 sowie Ottobrunner Straße zwischen Kreuzung M 22 / Staatsstraße 2368 und der Vorlandstraße. Eine Ausweitung auf Zeiten am Tag wird ausgeschlossen. Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) wunderte sich bei der Verkündung der Nachricht in der Gemeinderatsitzung am Mittwoch vor allem über die Begründung des Landratsamts, die im Gegensatz zu dem steht, was die Gemeinde stets vom Innenministerium zu hören bekommt, wenn sie ein Tempolimit für die Autobahn fordert. Darin heißt es: "Eine Geschwindigkeitsbegrenzung stellt einen vergleichbar geringen Eingriff in den Verkehrsfluss dar. Es wird jedoch eine erhebliche Verbesserung zum Schutz der Nachtruhe der betroffenen Anwohner erzielt, weshalb hier die Interessen der Kfz-Lenker an einer zügigen Durchfahrt beziehungsweise einer geringfügig kürzeren Reisezeit hinter den Interessen der Anwohner zurückzustehen haben."

Das Landratsamt kündigte an, in etwa drei Wochen die Tempo-30-Schilder aufzustellen. Aus der Behörde heißt es, dass eine Verkehrszählung im Jahr 2015 ergeben habe, dass im Durchschnitt täglich zwischen 12 000 und 17 000 Fahrzeuge auf den genannten Straßen unterwegs sind. Auf den Abschnitten, auf denen die Geschwindigkeit reduziert wird, seien besonders viele Menschen vom Lärm betroffen. "Mit der nächtlichen Reduzierung der Geschwindigkeiten erhoffen wir uns sehr schnell eine merkliche Besserung für die Anwohner zu erreichen", teilt Landrat Christoph Göbel (CSU) mit. Zur Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung plant die Gemeinde laut Bürgermeister Panzer "geeignete Maßnahmen".