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Unterschleißheim:Stadt bessert Bahnsteige nach

Flächen neben dem Bahnsteig sollen befestigt werden.

(Foto: Catherina Hess)

Nach dem barrierefreien Ausbau stückelt Unterschleißheim auf eigene Kosten an und stellt Wartehäuschen auf

Die Pannen beim barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Unterschleißheim bereiten nach wie vor großen Verdruss. Vor allem die zu schmalen Bahnsteige sind ein Ärgernis, ebenso das Fehlen von genügend Wartehäuschen als Wetterschutz. Die Stadt will nun auf eigene Kosten Abhilfe schaffen.

Auf Antrag von CSU und FDP im Stadtrat hatte die Rathausverwaltung in den vergangenen Wochen bereits bei der Bahn vorgefühlt, ob die Unterschleißheimer Pläne als realisierbar gelten. Die Ergebnisse präsentierte Bürgermeister Christoph Böck (SPD) jetzt im Stadtrat: Es sollen drei weitere Wartehäuschen aufgestellt werden, und neben den Bahnsteigen sollen zusätzliche Flächen durch Rasengitter oder einen ähnlichen Belag befestigt werden. Damit wäre auf dem gesamten Bahnsteig eine Breite von circa vier Metern umsetzbar, wenn auch nicht überall in gleicher Aufenthaltsqualität.

Der Stadtrat ermächtigte Bürgermeister Böck, Verhandlungen mit de DB Station und Service zum Abschluss einer Zusatzvereinbarung zu führen, um den Bahnhof optimieren zu können. Die Planungskosten dafür liegen laut Rathaus bei 20 000 Euro; die notwendigen Investitionen addieren sich auf geschätzte 257 000 Euro und die Ablöse für den Betrieb und die Wartung der Wartehäuschen wird womöglich noch einmal 120 000 Euro kosten.

All diese Posten muss die Stadt begleichen und deswegen in den Nachtragshaushalt für das laufende Jahr einstellen. Dass die Bahn die Kosten auf Unterschleißheim abschiebt, wurde im Stadtrat heftig kritisiert. Martin Riederle (FDP) etwa nannte das Verhalten der Bahn "ein Trauerspiel", was viele im Gremium mit Kopfnicken bestätigten.

Der barrierefreie Umbau der Bahnhöfe in Unterschleißheim und Lohhof neigt sich nach Angaben der Stadtverwaltung dem Ende zu: So könnten nach Rücksprache mit Ingenieurbüro und Baufirma die Langrampen am Unterschleißheimer Haltepunkt von der St.-Benedikt-Straße und der Berglstraße kommend sowie die Personenunterführung in der Woche vom 30. April bis zum 3. Mai für den Fußgängerverkehr freigegeben werden. Die dortigen Aufzüge sollen voraussichtlich Ende Juni fertig sein. Anfang Mai wird die Deutsche Bahn nach Auskunft des Rathauschefs sowohl die Unterführung Le-Crès-Brücke als auch die Rampen zum Bahnsteig öffnen. Damit sei dann auch die barrierefreie Erreichbarkeit der Bahnsteige von der Südseite sichergestellt.

Dass es für die barrierefreien Zugänge im nördlichen Bereich des Unterschleißheimer Bahnhofs keine Zuschüsse von der Regierung von Oberbayern gibt, nimmt die Stadt nun hin. Die Kommunalpolitiker hatten zwar im Dezember beschlossen, dagegen Klage beim Verwaltungsgericht München einzureichen. Nach Überprüfung des Anliegens durch eine Fachkanzlei hat der Stadtrat jetzt einstimmig beschlossen, die Klage wegen mangelnder Erfolgsaussichten zurückzunehmen. Die 5,4 Millionen Euro für den Umbau des nördlichen Zugangs zum Bahnhof über die Bergl- und St.-Benedikt-Straße muss die Stadt aus eigener Kasse bezahlen.

Unterschleißheim Auf eigene Rechnung

Unterschleißheim

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Die Stadt Unterschleißheim muss den behindertengerechten Umbau des Nord-Zugangs am Bahnhof selbst bezahlen   Von Klaus Bachhuber