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Auszeichnung:Unterschleißheim ist fahrradfreundlich

Fahrradhochburg Ober- und Unterschleißheim: beide Orte liegen beim Radverkehr deutlich über dem bayerischen Durchschnitt.

(Foto: Moses Omeogo)

Während die Stadt Unterschleißheim die Zertifizierung bekommt, verweigern die Prüfer der Oberschleißheim die Auszeichnung.

Während sich Unterschleißheim künftig mit dem Prädikat "Fahrradfreundliche Kommune" schmücken darf, muss Oberschleißheim noch ein paar Hausaufgaben bis zum nächsten Sommer erledigen. Das ist das Ergebnis der Hauptbereisung jeweils zweier Kommissionen der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen (AGFK) in den beiden Orten. Bernd Knatz, ÖDP-Stadtrat und Referent für Umwelt und Verkehr in Unterschleißheim, freut sich über die Zertifizierung: "Man hat damit für eine umweltfreundliche Politik einen großen Schritt getan, aber es ist auch ein Auftrag, weiterzumachen."

Petra Halbig, die scheidende Fahrradbeauftragte in Unterschleißheim, hatte die Kommission in einem zweistündigen Vortrag über die bisherigen Maßnahmen informiert. Zum Beispiel wurde überall die Anzahl der Fahrradständer erhöht. Bestes Beispiel ist wohl der Bahnhof Lohhof, an dem die Radler 160 Fahrräder in einem doppelstöckigen, beleuchteten Unterstand abstellen können. Außerdem hat die Stadt zahlreiche Wege markiert und Schutzstreifen aufgebracht, um den Radlern sichere Wege zu verschaffen. Sie können jetzt auch entgegen der Fahrtrichtung in einigen Einbahnstraßen fahren. An manchen Straßen war auch die Benutzungspflicht von Radwegen aufgehoben worden, wie beispielsweise an der Stadion- und Nelkenstraße. Bei der Rundfahrt am Nachmittag zeigte sich die Kommission unter der Leitung von Martin Singer aus dem bayerischen Verkehrsministerium durchaus angetan von den Unterschleißheimer Bemühungen, besonders auch vom Radverkehrskonzept, das ein externes Büro erstellt hat.

Petra Halbig, Fahrradbeauftragte in Unterschleißheim, präsentierte der Kommission die Route durch die Stadt.

(Foto: Moses Omeogo)

"Es gab aber auch noch einige Kritikpunkte", berichtet Knatz. So habe es etwa den Hinweis gegeben, dass die Radwegepflicht am Münchner Ring aufgehoben werden sollte. Die Radwege dort seien zu schmal, wer schneller fahren will, könnte dann auf der Straße fahren. Bemängelt wurde auch die Wegeführung durch die Unterführung am Unterschleißheimer Bahnhof. Die Radfahrer werden mit Schildern dort hingeleitet, müssten dann aber absteigen, weil die Unterführung ein Gehweg ist. Da sei eine andere Wegführung zu überlegen, habe es geheißen, falls bauliche Veränderungen nicht möglich seien, sagt Knatz. Letztlich hat es trotzdem gereicht, Unterschleißheim erhält seine Zertifizierung für sieben Jahre. Aber die Bemühungen würden weitergehen, sagt Petra Halbig. "Wir werden jetzt nicht nachlassen." Sie hebt als besonderen Erfolg das MVG-Mietradsystem hervor, das in der größten Kommune des Landkreises München gut angenommen werde.

Die Teilnahme am MVG-Mietradsystem wurde auch in Oberschleißheim positiv beurteilt, ebenso wie viele andere Dinge, die der Fahrradbeauftragte Casimir Katz vorgetragen hat. Wie zum Beispiel die Steigspur an der Mittenheimer Brücke oder die Ausweisung einer Fahrradstraße am Margarethenanger. Trotzdem monierte die Kommission, dass noch einiges zu erledigen sei vor der Zertifizierung. Gefordert wurde etwa eine Radweg-Netzplanung oder auch die Überprüfung der Kennzeichnung von Pollern, die farblich zu wenig auffallend seien. "Alles in allem ein akzeptables Ergebnis", kommentiert Bürgermeister Christian Kuchlbauer (FW) die Bereisung. Er zeigt sich zuversichtlich, die Punkte noch abarbeiten zu können. Vielleicht würden dann noch mehr Leute radeln. Schon jetzt liegt Oberschleißheim mit einem Anteil von 22 Prozent beim Radverkehr weit über dem bayerischen Durchschnitt von 13 Prozent. In Unterschleißheim liegt der Anteil bei 21 Prozent.

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