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Unterhaching:Fadenscheiniger Anwohner-Reflex

Ein Spielplatz ist ein Spielplatz - und für Kinder gedacht. Das müssen auch einige in Unterhaching noch lernen.

Von Iris Hilberth

Als Bürgermeister weiß man: Beim Bau von Spielplätzen gibt es immer jemanden, der dagegen ist. Insofern dürfte Wolfgang Panzer nicht besonders überrascht sein, dass sich an der Budapester Straße Widerstand gegen das neue Spielplatzkonzept formiert. Dass ihn der Protest womöglich trotzdem ärgert, ist verständlich. Denn man kann ihm nicht vorwerfen, klammheimlich den Leuten einen Flieger nebst Tower vor den Gartenzaun gesetzt zu haben. Die Pläne wurden öffentlich diskutiert und ausgehängt, die Kinder haben sogar darüber abstimmen dürfen. Man muss schon mit Scheuklappen durch die Nachbarschaft laufen, um das nicht mitbekommen zu haben. Jetzt zu behaupten, man sei nicht informiert worden, ist der typische Reflex von Anwohnern, denen etwas nicht passt.

Vor allem geht es hier um einen Spielplatz, der schon immer einer war, nur eben wenig attraktiv. Sicher werden nach dem Umbau mehr Kinder als zuvor kommen, weil eine solche Ausstattung eben etwas Besonderes ist. Und das ist auch gut so. Gerade in der Pandemie braucht es solche Angebote. Nicht jede Familie hat einen Garten, in den sie sich ein Trampolin und ein Planschbecken reinstellen kann. Dass den Anwohnern die Umgestaltung und damit die Steigerung der Anziehungskraft vielleicht nicht gefällt, ist persönliches Pech. Schließlich wussten sie, als sie die Häuser gekauft haben, dass sich in direkter Nachbarschaft ein Spielplatz für Kinder bis zu zwölf Jahren befindet. Die Argumentation, man könne von dem Spielturm in die Gärten schauen, ist fadenscheinig. Die sind schließlich von jedem der mehrstöckigen Häuser ringsherum aus einsehbar.

Die Gemeinde hat alles richtig gemacht. Vor allem ist es lobenswert, dass sie die Kinder an dem Projekt beteiligt hat. Das stärkt deren Gefühl, ernst genommen zu werden und ein Mitbestimmungsrecht zu haben, wenn es um ihre Belange geht. Hinterher von den Entscheidungen abzurücken, wäre ein fatales Signal gewesen.

© SZ vom 14.05.2021
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