Kampf gegen Blutkrebs:Wangenabstrich an der Seitenlinie

Kampf gegen Blutkrebs: Typisierungsaktionen helfen, die Datenbank der DKMS zu vergrößern.

Typisierungsaktionen helfen, die Datenbank der DKMS zu vergrößern.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Die Grasbrunnerin Petra Stelzl organisiert beim Fußballturnier des TSV am Wochenende eine Stammzellen-Typisierungssaktion.

Von Laura Geigenberger, Grasbrunn

Alle zwölf Minuten erhält ein Mensch in Deutschland die Diagnose Blutkrebs, weltweit alle 27 Sekunden - diese Zahlen der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) erschüttern. Leukämie sei bei Kindern die häufigste Krebserkrankung sowie die häufigste krebsbedingte Todesursache, so die DKMS weiter. In vielen Fällen liege ihre letzte Überlebenschance in einer Stammzelltransplantation, doch jeder zehnte Patient finde keinen passenden Spender - mit fatalen Folgen.

Um das Thema Stammzellenspende in den Vordergrund zu rücken, organisiert die Grasbrunnerin Petra Stelzl gemeinsam mit dem TSV Grasbrunn und der DKMS während des Fußball-Heimturniers am kommenden Wochenende, 15. und 16. Juli, eine Informations- und Typisierungsaktion. Von 10 bis 14 Uhr können sich Erwachsene an Stelzls Stand im Sportpark die Abläufe und Methoden bei einer Knochenmarkentnahme erklären lassen - und bei Interesse gleich am Ort als Spender registrieren lassen.

Stelzl selbst leidet nicht an Leukämie, weiß aber um die Problematik der Spendersuche: Sie hat die Aktion für eine erkrankte Freundin in die Wege geleitet. "Wir wünschen uns sehr, dass da jemand für sie dabei ist", sagt sie. Zudem wolle sie dazu beitragen, die Datenbank der DKMS zu vergrößern und Ängste und Vorbehalte gegenüber der Stammzellenspende aus der Welt zu schaffen, um weitere Leben zu retten.

Die Hürden für eine Aufnahme in die Knochenmark-Spenderdatei sind gering: Jede gesunde Person zwischen 18 und 55 Jahren kommt laut der DKMS grundsätzlich in Frage. Auch 17-Jährige können sich typisieren lassen - sie werden als Spender freigeschaltet, sobald sie volljährig sind. Für die Registrierung muss kein Blut abgenommen, sondern nur ein Wangenabstrich mit einem Teststäbchen gemacht werden. Dieses wird ans Labor der DKMS geschickt, analysiert und die Untersuchungsergebnisse schließlich anonym für einen weltweiten Patientensuchlauf zur Verfügung gestellt.

Wer sich nicht registrieren lassen will, kann Geld an die DKMS spenden

Die Registrierung ist stets kostenlos. In Grasbrunn erfolgt sie papierlos über einen QR-Code, es wird also ein Smartphone benötigt. Wer sich nicht registrieren lassen will oder kann, hat zudem die Möglichkeit, die Arbeit der DKMS mit einer Geldspende zu unterstützen. Am Info- und Registrierungsstand wird dafür eine Spendenbox bereitstehen.

Organisatorin Petra Stelzl hofft am Wochenende auf zahlreiche Freiwillige, sowohl aus der Gemeinde als auch aus der ganzen Region. Fußballbegeisterte können sich zudem beim Sommerturnier des TSV Grasbrunn-Neukeferloh vom Geschehen auf dem Rasen unterhalten lassen und auch für das kulinarische Angebot ist gesorgt: Neben dem Platz wird gegrillt und es gibt Kaffee und Kuchen.

Am Sportpark 1, 85630 Grasbrunn; Samstag und Sonntag, 15. und 16. Juli, 10 bis 14 Uhr. Keine Anmeldung erforderlich. Nähere Informationen zur Stammzellenspende und der DKMS unter www.dkms.de/de

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