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Shakira in München:Die Hüften beben

Den größten Applaus spendet die Menge ja doch, wenn Shakiras Hüften beben. Die Männer sowieso. Aber auch die vielen Frauen im Publikum, von kleinen Mädchen mit Pippi-Langstrumpf-Zöpfen bis hin zu Damen mit Föhnfrisur, erfreuen sich an den akrobatischen Tanzeinlagen zu altbekannten Pop- und Merengue-Rhythmen. Wer gehofft hatte, an diesem Abend Shakiras größte Hits zu hören, wurde nicht enttäuscht.

Mit "Whenever, Wherever" gelang Shakira vor rund zehn Jahren der internationale Durchbruch. "Waka Waka", offizieller Fifa-Song zur Weltmeisterschaft in Südafrika, wurde zum Ohrwurm des Sommers. Auch zu "She Wolf", "Loca" und natürlich zu "Hips don't lie" fegt Shakira über die Münchner Bühne. Und sie hat Recht: Ihre Hüften lügen nicht. Aber sie alleine machen auch keine gute Show aus.

Bei der demonstrativen Zurschaustellung ihres durchtrainierten Körpers könnte man beinahe vergessen, dass Shakira - mit zehn Grammys und über 50 Millionen verkauften Alben derzeit eine der erfolgreichsten Künstlerinnen - auch anders kann, ernsthafter. Mit ihrer Stiftung "Pies Descalzos" setzt sie sich seit Jahren für mehr Bildung in ihrem Heimatland Kolumbien ein.

Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez zählt sich zu ihren Freunden. Und lange bevor sie als erblondete Vollblut-Entertainerin Europa eroberte, zählte sie mit ihren selbst geschriebenen Liedern in Lateinamerika als Superstar. Nur selten taucht diese ernsthaftere, einzigartige Shakira in München auf. Aber es gibt sie. Etwa, wenn sie mit einer Gitarre allein auf der Bühne steht und das melancholische Liebeslied "Inevitable" singt, eines ihrer liebsten, wie sie selbst sagt. Oder wenn sie barfuß auf einem Hocker sitzt und den Metallica-Klassiker "Nothing else matters" interpretiert, begleitet nur von Trommeln, einer Gitarre und Geige.

Für "Underneath your clothes" nimmt sie sich Zeit, bleibt doch tatsächlich einmal auf der Stelle stehen, haucht mit geschlossenen Augen ins Mikrofon - und konzentriert sich aufs Wesentliche, das Singen. Und sie kann es ja.

Das sind die richtig guten Momente. Dann steht ihre Stimme im Vordergrund. Nicht ihre Hüften.