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Pandemie:Hüttenfeier am Hotspot

Oberschleißheimer Bürgermeister nach Tirolreise nicht in Quarantäne

Der 10. 10. 2020 ist ein begehrter Termin zum Heiraten, den auch der Oberschleißheimer Bürgermeister Markus Böck (CSU) nutzt. Die Vorbereitungen auf die Hochzeit, seine zweite, ist allerdings der privaten Sphäre entrückt und momentan Aufreger am Ort. Böck hat seinen Junggesellenabschied in Tirol, einem Corona-Hotspot, gefeiert und nach seiner Rückkehr die Amtsgeschäfte ohne Quarantäne wieder aufgenommen.

Den Stein ins Rollen gebracht hatten die Freien Wähler mit einer etwas kryptischen Anfrage in der Gemeinderatssitzung nach dem Feier-Ausflug, wie denn der Bürgermeister sein Wochenende verbracht habe. Böck beschied, dies sei Privatsache, und schob dann hinter verschlossenen Türen noch die Anmerkung nach, er habe "nichts Falsches getan".

In der Folge wurde der Vorgang in Facebook diskutiert. Böck lieferte dort dann eine ausführliche Darstellung. Demnach sei er am Freitagmittag mit Freunden zum Junggesellenabschied nach Tirol gefahren, am Freitagabend sei die Region zum Risikogebiet ausgerufen worden. In Tirol habe die Feiergesellschaft eine Selbstversorgerhütte genutzt und folglich keinerlei Kontakt zu irgendeiner potenziellen Tiroler Ansteckungsgefahr gehabt. "Wir waren ein geschlossener Personenkreis in einem geschlossenen Raum, ohne Kontakt nach außen", betont der Bürgermeister.

Dennoch habe man sich angesichts der mittlerweile erfolgten Risiko-Einstufung "selbstverständlich informiert, welche Maßnahmen zutreffen sind". Da die Gruppe angesichts einer Rückkehr am Sonntagmorgen nicht einmal 48 Stunden an dem Hotspot verbracht und keine sozialen Kontakte gehabt habe, sei eine Quarantäne "nicht zwingend notwendig" geworden, betont Böck. Einige Mitreisende sind dennoch offenbar von ihren Arbeitgebern nach Hause geschickt worden. Er habe nach fünf Tagen, der vermuteten Inkubationszeit, einen Corona-Test vornehmen lassen, berichtet Böck, der negativ ausgefallen sei. Nach seiner Darstellung waren alle Tests bei Mitreisenden negativ. Die Angelegenheit sei für ihn daher erledigt.

© SZ vom 09.10.2020 / kbh

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