Oberschleißheim:Neue Partei, neuer Schwung

Lesezeit: 1 min

Nach seinem Wechsel von der SPD zur ÖDP überschüttet Sebastian Riedelbauch den Gemeinderat mit Anträgen.

Bei den Kommunalwahlen war die ÖDP in Oberschleißheim nicht angetreten; nun aber wird sie im Gemeinderat von Sebastian Riedelbauch repräsentiert. Dieser war für die SPD gewählt worden, ist aber aus der Fraktion ausgetreten. Mit einem Konvolut von drei reichlich grundsätzlichen Anträgen hat er sich namens der ÖDP am Dienstag gleich mal raumgreifend eingeführt - aber alle drei Vorstöße wurden abgeschmettert.

Riedelbauch hatte zunächst gefordert, versiegelte Flächen auf der Regattaanlage aufzuforsten. Die für die Olympischen Spiele 1972 angelegten Parkplätze seien "für die heutige Nutzung absolut überdimensioniert", monierte er, zudem gebe es Doppelerschließungen, sodass Straßen entfernt werden könnten. "Der Rückbau und die Wiederaufforstung würde der Umwelt helfen und den aktuellen Betrieb nicht gefährden." Nur zwei Grüne unterstützten den Vorstoß.

Weiter regte Riedelbauch an, den historischen Schleißheimer Flugplatz nur noch für Segelflugzeuge freizugeben und Motorflieger auszusperren. "Der Freizeitsport einiger weniger Personen auf Kosten der Umwelt aller ist in der heutigen Zeit nicht mehr zu tolerieren und sollte unterbunden werden", argumentierte er. Ein Verbot der Motorfliegerei würde den CO₂-Ausstoß deutlich reduzieren. FW-Sprecher Stefan Vohburger hielt dagegen, Oberschleißheim sei "stolz auf seinen historischen Flugplatz", an dem dürfe nicht gerüttelt werden, und Peter Benthues (CSU) schimpfte, dass der Gemeinderat "durch die Hereinnahme der ÖDP nun auch mit unsinnigen Anträgen rechnen muss". Der Flugplatz gehöre "zu den touristischen Marken" des Ortes.

Gaby Hohenberger und Ingrid Lindbüchl (Grüne) regten als Kompromiss an, "alle unnötigen Versiegelungen" auf dem Platz zurückzubauen. Hohenberger nannte etwa den Ostteil der Startbahn, der nicht mehr genutzt werde, oder das ehemalige Gebäude des "Senders Freies Europa". Zur Abstimmung kam aber der ursprüngliche Antrag der ÖDP und der wurde wiederum mit 20:3 Stimmen abgelehnt.

Für das Neubaugebiet in Mittenheim schließlich hatte der neue ÖDP-Gemeinderat die Prüfung einer Geothermie-Versorgung beantragt, was mit 17:6 Stimmen abgelehnt wurde. Bürgermeister Markus Böck (CSU) sagte, man solle den Überlegungen des Katholischen Männerfürsorgeverein, der das Areal entwickelt, in der Frage der Energieversorgung nicht vorgreifen.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB