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Neubiberg:Reclamhefte auf dem Rad

Thomas Felber ist mit einer Bücherkiste auf dem E-Bike unterwegs.

(Foto: Claus Schunk)

Der Neubiberger Buchhändler Thomas Felber liefert in der Umgebung selbst aus

Die angeordnete Schließung von Ladengeschäften bedroht Einzelhändler in ihrer Existenz. Wer keine hohen Rücklagen hat - was im Einzelhandel selten der Fall ist -, muss Ideen entwickeln, um im Rahmen des Erlaubten zu überleben. Der Neubiberger Buchhändler Thomas Felber bringt daher Bücher mit dem Elektro-Rad zu seinen Kunden: "Ich bin seit 48 Jahren im Job, da kann ich nicht einfach auf Pause schalten", sagt er.

Also informierte Felber die Kunden per E-Mail, dass die Buchhandlungen zwar geschlossen würden, die Online-Läden aber weiterhin geöffnet seien. Unter www.ichwilllesen.de oder per Telefon und Mail können die Kunden bestellen. Die Bücher werden dann kostenlos nach Hause geliefert, deutschlandweit per Post, im Südosten Münchens mit dem Rad. "Egal ob Schullektüre für zwei Euro oder Bildbände", sagt Felber.

Jetzt sitzt er morgens mit seiner Frau und einer Angestellten im Neubiberger Geschäft, sichtet die Bestellungen, schreibt Rechnungen, um Bargeld-Kontakt zu vermeiden, verpackt die Bücher sauber und legt sich mit Hilfe des Internets die günstigste Radlroute zurecht. Finanziell lohne es sich nicht, wenn man für ein Reclam-Heftchen eine Rechnung schreibt, aber Thomas Felber will seine treuen Kunden gut bedienen und ruft sie vor der Zustellung rechtzeitig an. Um etwa 10 Uhr radelt er jeden Tag los von Neubiberg bis Unterbiberg und von Ottobrunn bis nach München-Waldperlach. "Da bin ich gut und gerne zweieinhalb Stunden unterwegs", sagt Felber. Aber er freut sich, so auch dem Online-Riesen Amazon ein Schnippchen zu schlagen.

Möglich ist die Auslieferung per Rad, weil trotz der geltenden Ausgangsbeschränkungen die "kontaktlose Auslieferung, der Online-Handel und der Postweg weiterhin möglich sind", wie der Börsenverein des deutschen Buchhandels informiert.

© SZ vom 01.04.2020
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