Unterschleißheim:Neue Montessori-Schule im Norden

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Unterschleißheim: Weil die Montessori-Schule in Unterschleißheim kontinuierlich gewachsen ist, reichte der Platz nicht mehr für alle Schüler, deswegen wurden Container aufgestellt. Das war aber von Anfang an nur als Provisorium gedacht. Jetzt soll ein Neubau am Münchner Ring entstehen, auf einem städtischen Grundstück.

Weil die Montessori-Schule in Unterschleißheim kontinuierlich gewachsen ist, reichte der Platz nicht mehr für alle Schüler, deswegen wurden Container aufgestellt. Das war aber von Anfang an nur als Provisorium gedacht. Jetzt soll ein Neubau am Münchner Ring entstehen, auf einem städtischen Grundstück.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

In Unterschleißheim soll bis 2023 ein modernes Gebäude für 200 Kinder entstehen. Es soll das alte Haus ersetzen und die Aufnahme weiterer Schüler ermöglichen.

Von Gudrun Passarge, Unterschleißheim

Die Pläne der Unterschleißheimer Montessori-Schule für einen Neubau nehmen allmählich Gestalt an. Nachdem der Stadtrat beschlossen hat, dem Verein ein Grundstück auf Erbpachtbasis neben dem Friedhof zur Verfügung zu stellen, ist ein großer Meilenstein genommen. "Die Planungen sind in vollem Gange", sagt Oliver Graml, Vorstand im Trägerverein und dort für Wirtschaft und Finanzen zuständig. Demnächst soll eine Ausschreibung erfolgen für ein Gebäude, das 200 Schüler besuchen können. Die neue Schule soll laut Graml in maximal drei Jahren fertig sein. Der Neubau sei zwingend notwendig. 70 Prozent der Kosten von aktuell geschätzt vier bis 4,5 Millionen Euro wird die Regierung von Oberbayern übernehmen.

Die Montessori-Schule Clara Grunwald in Unterschleißheim ist eine von insgesamt drei Montessori-Schulen im Landkreis. Dort besuchen 130 Schüler die Klassen eins bis zehn. Doch das Schulhaus an der Ganghoferstraße ist schon lange zu klein geworden, deswegen steht ein Containerpark daneben, den die Schüler der Mittelstufe nutzen. Er wurde jedoch nur zeitlich befristet genehmigt, mit der Auflage, dass andere Räumlichkeiten gefunden werden müssen. Das habe die Schule auch versucht, sagt Graml. Der Verein habe Immobilien geprüft, einen Investor gesucht, "aber es hat sich nie eine gute Lösung ergeben". Deswegen die Idee, selbst zu bauen.

Bereits 2016 hatte die Schule sehr konkrete Pläne, eine Schule für zirka zehn Millionen Euro war im Gespräch. "Aber die finanzielle Belastung war zu hoch, sie war auch zu groß, zu überdimensioniert", sagt Graml. Außerdem gab es ein Problem mit dem Grundstück: Kirche und Stadt besitzen jeweils ein Grundstück zwischen dem Gymnasium und dem Friedhof.

Die Montessori-Schule wollte sich das Grundstück der Kirche neben dem Gymnasium sichern, aber die Stadt habe einen Grundstückstausch angestrebt und die Schule gebeten zu warten, berichtet Graml. Aus dem Grundstückstausch wurde jedoch nichts und nun hat die Schule einen Teil des städtischen Grundstücks neben dem Friedhof in Aussicht. Es gebe zwar noch keine Verträge, bestätigt Bürgermeister Christoph Böck (SPD), aber es gibt den Grundsatzbeschluss des Stadtrats für das Grundstück am Münchner Ring. Damit sei der erste Schritt getan, um die Planungen zu konkretisieren. Graml lobt die Unterstützung von der Stadt.

Der Vorstand bereitet derzeit zusammen mit der Schulleitung und einem engagierten Elternteam die Ausschreibung vor. Ein Architekt soll prüfen, ob es ein Haus in Modul- oder Holzständerbauweise werden soll. Der Verein plant mit 1460 Quadratmetern Nutzfläche. Der erste Plan war von 2200 Quadratmetern ausgegangen. Die waren auch schon von der Regierung von Oberbayern genehmigt, die eine 70-prozentige Förderung zugesagt hatte.

Die Zusage ist immer noch gültig, werde aber jetzt an den verkleinerten Umfang angepasst. Allerdings rechnet Graml bei der Finanzierung nicht wirklich mit 70 Prozent. Von den vier bis 4,5 Millionen Euro, die das neue Schulhaus etwa kosten wird, würde die Regierung wohl 60 bis 65 Prozent bezahlen, "es gibt Erfahrungswerte von anderen Schulen", so Graml.

Bestimmte Dinge, die gebaut werden müssten, seien nicht in der Förderung drin, etwa Parkplätze oder eine Busspur. Laut Graml müsse die Schule den kompletten Betrag erst vorfinanzieren, die Förderung der Regierung werde dann in Raten ausgezahlt. Er geht davon aus, dass der Verein selbst zirka 1,5 Millionen Euro stemmen muss. Zum einen habe er Eigenkapital angesammelt, zum anderen müsse er einen Kredit aufnehmen.

Auf das Schulgeld werde sich der Neubau wohl nicht auswirken, so der Vorstand. Wenn die Schule ihr neues Haus beziehen könne, fiele die bisherige Miete für das alte Haus und die Container weg. Außerdem würden mehr Schüler als bisher Schulgeld bezahlen. Graml schließt aber nicht aus, dass sich Eltern beim Umzug engagieren könnten oder eventuell auch beim Streichen von Räumen, "das muss man schauen". Fest steht aber schon, dass sie helfen sollen, wenn es um die IT-Infrastruktur geht. Auf jeden Fall wird es im Neubau genügend Platz geben, um neue Schüler aufzunehmen. Denn schon so mancher Quereinsteiger in der Mittelstufe habe "aufgrund des Platzmangels" abgewiesen werden müssen, sagt Graml.

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