Mobilität:Keine Panik bei Pannen mit E-Autos

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Mobilität: Die Technik eines E-Autos kann manch einem Respekt einflößen.

Die Technik eines E-Autos kann manch einem Respekt einflößen.

(Foto: Imago)

Die Malteser im Landkreis München wollen Autofahrern mit einem E-Learning-Kurs Ängste vor der Elektromobilität nehmen. Noch hält sich die Nachfrage aber in Grenzen.

Von Joshua Sans, Landkreis München

Vielen Menschen kann die E-Mobilität Angst einflößen, manch einer hat auch Vorbehalte der Technik wegen, fürchtet sich vor Stromschlägen oder Feuer. Die Malteser der Erzdiözese München und Freising haben daher einen E-Learning-Kurs zum Thema Erste-Hilfe und E-Mobilität erstellt, da Teilnehmer immer wieder bei Kursen ihre Vorbehalte gegen die Technik geäußert haben. Da die Teilnahme an diesen Kursen Voraussetzung zum Erwerb des Führerscheins ist, werden dort auch Themen wie das Bergen von Personen aus Autos nach Unfällen behandelt.

Mobilität: Felix Höpfl ist Referent Ausbildung der Malteser in der Erzdiözese München und Freising.

Felix Höpfl ist Referent Ausbildung der Malteser in der Erzdiözese München und Freising.

(Foto: Malteser Hilfsdienst/privat)

Felix Höpfl, Referent Ausbildung der Malteser Bayern erklärt, welche Ängste die Teilnehmer bei Unfällen mit E-Autos haben: "Zum einen besteht die Angst vor einem Stromschlag beim Anfassen der Metallkarosserie und zum anderen die Angst vor einer Explosion des E-Autos aufgrund eines Schadens an der Batterie." Dabei seien die Ängste der Teilnehmer vor allem durch Bauchgefühle und nicht durch Fakten begründet, so Höpfl weiter. "Viele haben Vorbehalte gegenüber Elektrizität, weil man sie nicht sehen kann, weil man sie nicht riechen kann und weil man weiß, dass sie gefährlich ist", sagt der Referent der Malteser.

Im E-Learning-Kurs "Erste-Hilfe und E-Mobilität" lernen die Teilnehmer, dass diese Ängste unbegründet sind. Nach einer kurzen Einheit zum Erkennen von E-Autos werden die spezifischen Gefahren bei Unfällen mit E-Autos thematisiert. Tatsächlich gibt es hier Risiken, die Autos mit Elektroantrieb von solchen mit Verbrennungsmotor unterscheiden. Beim sogenannten "Thermal Runaway" , einer Kettenreaktion im Akku des E-Autos, etwa entsteht eine thermische Reaktion, die über einen langen Zeitraum andauert.

Das Löschen von brennenden E-Autos erfordert mehr Zeit

Deswegen erfordert das Löschen von brennenden E-Autos mehr Zeit und Wasser als das Löschen von Autos mit Verbrennungsmotor. Trotz dieser spezifischen Gefahren schätzen die Malteser die generelle Brandgefahr bei E-Autos genauso gering ein wie bei herkömmlich angetriebenen Autos. Auch die Angst vor einem Stromschlag sei laut Maltesern unbegründet, da das Hochvoltsystem der E-Autos durch die Crash-Sensorik bei einem Unfall sofort abgeschaltet werde.

Der ADAC kommt zur gleichen Einschätzung wie die Malteser und beruft sich dabei auf eigenständig erfolgte Crashtests sowie auf Tests des Euro NCAP, einer Gesellschaft europäischer Verkehrsministerien, Automobilclubs und Versicherungsverbände. "Im Vergleich mit herkömmlich angetriebenen Pkw ist die Sicherheit von Elektroautos wegen der optimierten Crashstruktur im Fahrzeug sogar oft besser", heißt es auf der Website des ADAC. Demnach sei die Erste-Hilfe bei E-Autos ohne eine erhöhte Eigengefährdung möglich.

Für die Besitzer von E-Autos hat Felix Höpfl von den Maltesern noch einen Tipp: "Warten und laden sie das Fahrzeug sachgerecht und entsprechend der jeweiligen Vorgaben des Herstellers. Außerdem sollte die Rettungskarte immer unter der Windschutzscheibe klemmen." Rettungskarten gibt es für verschiedene Automodelle. Sie enthalten Informationen für Rettungskräfte, etwa an welcher Stelle des Autos sie Spreizer und Schere ansetzen können oder wo sich Batterie und Kraftstofftank befinden.

Bisher wurde der E-Learning-Kurs nicht so oft genutzt wie zunächst erwartet, so Höpfl. Es reiche offenbar, den Teilnehmern zu sagen, dass es einen Kurs gibt, in dem man lernt, dass E-Autos bei einer Panne nicht gefährlicher sind als andere Autos. Ohnehin schätzt der Referent der Malteser den Bedarf an Kursen zum Thema E-Mobilität als ein Phänomen der Gegenwart ein. "Wenn sich die Elektromobilität immer weiter durchsetzt und jeder schon mal in einem Elektroauto gesessen hat, dann wird sich das Thema mit den Ängsten wahrscheinlich erledigen", so Höpfl.

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