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Kommunalwahl 2020:"Chancenstadt Unterschleißheim"

Unterschleissheim, Cafe Kistenpfennig, SZ im Dialog, Foto: Angelika Bardehle

Zweiter Bürgermeister Stefan Krimmer will das Unterschleißheimer Rathaus für die CSU erobern.

(Foto: Angelika Bardehle)

Die CSU verkündet ihre Vision für die Kommune per Livestream

In drei Schwerpunktthemen hat die Unterschleißheimer CSU ihre inhaltlichen Aussagen für die Kommunalwahl im März gebündelt. Unter den Schlagworten "Chancenstadt Unterschleißheim", "Mobilität für alle" und "Stadt mit Verantwortung" haben Bürgermeisterkandidat Stefan Krimmer und die Bewerber für den Stadtrat am Dienstag in einer Liveübertragung online ihre Ziele und Themen vorgestellt.

Optimale Kinderbetreuung, moderne Schulen, Generationenwohnen: Derartige Wohlfahrtsangebote subsumiert die CSU unter ihrer Vision von Unterschleißheim als "Chancenstadt". Man wolle "beste Lebensbedingungen für alle Mitbürger von den kleinsten bis zu den erfahrensten schaffen, heißt es im Programm. Jedem Unterschleißheimer müsse ermöglicht werden, "hier ein zufriedenes, glückliches Leben zu führen", sagte Stadtrat Martin Nieroda, der die Programmfindungskommission geleitet hatte.

Ein "Haus für Kultur", das die CSU im Gewerbegebiet ansiedeln möchte, gehört dabei ebenso zu den konkreten Vorstellungen wie ein seit Jahren hin- und herdiskutiertes Café im Valentinspark oder ein Gütesiegel "Made in Unterschleißheim" zur Stärkung des örtlichen Gewerbes. All dies möchte man "mit möglichst viel Konsens" erreichen, betonte Krimmer, derzeit Zweiter Bürgermeister der Stadt.

Angesichts der drängenden Verkehrsüberlastung setzt die CSU auf breite Angebote und die Freiheit der Auswahl. "Keine Verbote, keine Einschränkungen" sei die absolute Prämisse bei der Mobilität, betonte Nieroda. Stattdessen sei es "wichtig, dass alle Menschen möglichst viele Möglichkeiten bekommen". Dazu will die CSU den öffentlichen Nahverkehr ausbauen und nachhaltige Verkehrsmittel vom E-Scooter bis zum Wasserstoffauto finanziell fördern.

Ein kleiner Dreh zur Vermeidung Dutzender Kfz-Bewegungen soll es sein, flächendeckend Packstationen am Ort zu installieren. Das würde die Lieferfahrten drastisch reduzieren, erwartet die CSU. Überhaupt müsse der Verkehr künftig bei jedem städtischen Neubauprojekt und bei jeder Ausweisung mitgedacht werden. Ein Bürgermeister Krimmer würde nach eigenen Angaben das Versprechen abgeben: "Kein Neubau ohne passende Verkehrslösung".

Daher stehe auch die bereits angelaufene Neukonzeption der Stadtmitte mit den Ersatzbauten für das Postgebäude und das Einkaufszentrum IAZ "unter keinem guten Stern", rügte Krimmer: "Das packt der Verkehr nicht." Auch die Debatte um mehr Fußgängerqualität in der Bezirksstraße hält die CSU für verfehlt, im Gegenteil müsse unterirdisch und auf freien Flächen mehr Parkraum geschaffen werden. Und eine Entscheidung will die CSU komplett zurückdrehen: Die jüngst eingeführte Verkehrsüberwachung müsse sofort wieder abgeschafft werden.

Als "Stadt mit Verantwortung" schließlich solle sich Unterschleißheim massiv für Klima- und Naturschutz verwenden. Mit der Geothermie habe man dabei "schon eine gute Ausgangssituation", betonte Krimmer. Ziel sei, diese Wärmeversorgung noch mehr Haushalten zugänglich zu machen und mittelfristig in eine dritte Bohrung zu investieren. Ansonsten müssten gezielt Bäume gepflanzt und das Recyclingsystem der Wertstoffe optimiert werden. Dass öffentliche Gebäude standardmäßig mit Solarstromanlagen und Ladeinfrastruktur ausgestattet werden müssten, sei "eine Selbstverständlichkeit".

Dies sei "ein ambitioniertes Programm", bilanzierte Stefan Krimmer. Ermöglicht werden könne es durch eine "solide Finanzpolitik mit Sparsamkeit im richtigen Moment und Freigiebigkeit, wo unsere Bürger am meisten davon haben". In der Stadtverwaltung seien auch noch "diverse Effizienz- und Modernisierungsmaßnahmen" drin, erwartet Krimmer. "Was die Menschen in Unterschleißheim aufgebaut haben, kann sich sehen lassen", schreibt die CSU in ihrem Programm. Nun gehe es um "eine sensible Stadtentwicklung, die Bestehendes stärken, die hohe Lebensqualität steigern und kostbare freie Flächen schonen" solle.

© SZ vom 23.01.2020
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