bedeckt München 27°

Kirchheim:Gewerbekomplex wechselt den Besitzer

In den aus den Achtzigerjahren stammenden Ammerthalhöfen sind nicht alle Flächen vermietet.

(Foto: Claus Schunk)

Die Grünwalder Rock Capital Group kauft die Ammerthalhöfe in Heimstetten. Die Gemeinde Kirchheim wertet das als Auftakt für den geplanten Umbau des Industriegebiets in einen modernen, grünen Büropark

Von Christina Hertel, Kirchheim

Statt qualmender Schlote und großer Lagerhallen soll es im neuen Heimstettener Gewerbepark viel Grün geben. Und neben Büros, wo Menschen aus der Kreativ- und Technologiebranche arbeiten, sollen auch Geschäfte, Lokale und Wohnungen entstehen. Im April beschloss der Gemeinderat, diese Pläne auf dem 15 Hektar großen Areal zwischen Ammerthal- und Feldkirchener Straße voranzutreiben. Nun sei ein wichtiger Auftakt für das Projekt gelungen, schreibt der Kirchheimer Bürgermeister Maximilian Böltl (CSU): Die Rock Capital Group hat nach eigenen Angaben gemeinsam mit einem "befreundeten Family Office" die Ammerthalhöfe gekauft, die sich im Osten des Areals befinden. Den Kaufpreis wollte das Immobilienunternehmen am Mittwoch nicht nennen.

Die Ammerthalhöfe an der Ammerthalstraße 7 bis 27 umfassen circa 21 000 Quadratmeter Büro-, Hallen- und Lagerflächen sowie circa 320 Stellplätze. Das Grundstück ist insgesamt 26 000 Quadratmeter groß. Derzeit haben dort unter anderem Creabis, ein Unternehmen für 3-D-Druck, und Ibo, ein Hersteller von Kugellagern, Büros gemietet. Noch stehen laut Rock Capital etwa 6000 Quadratmeter an Büro-, Labor- und Lagerflächen leer und sollen kurzfristig vermarktet werden. Weil das Baurecht bisher nicht ausgeschöpft sei, könnten weitere Flächen geschaffen und vermietet werden, schreibt das Immobilienunternehmen.

Die Ammerthalhöfe sind ein Teil des Areals, das die Gemeinde "Campus Heimstetten" nennt. Den anderen großen Teil des Gebiets hat die Firma Four Parx gekauft, die seit mehr als 25 Jahren Gewerbeflächen entwickelt. Sie plant ein Bürogebäude mit einer Dachterrasse, auf denen Bäume wachsen, und begrünten Fassaden, dort, wo die Hubergroup in ihrer Fabrik bisher Druckfarben herstellt. Diese hatte im Mai 2019 bekannt gegeben, ihre Fabrik in Kirchheim zu schließen.

Die Gemeinde setzte sich danach zum Ziel, einen möglichst nachhaltigen, ökologischen und innovativen Gewerbepark zu gestalten, wie Wirtschaftsförderer Tobias Schock einmal sagte. So sollen sich zum Beispiel produzierendes Gewerbe, das viele Schadstoffe ausstößt, oder Logistikunternehmen, die viel Fläche brauchen, dort nicht ansiedeln dürfen. Es soll auch möglichst wenig Anlieferverkehr geben. Dafür sollen ein Fahrrad- und Rollerverleih sowie Ladestationen für E-Autos geschaffen werden. Auch Werkswohnungen, betriebliche Kindergärten, Konzert- und Kulturangebote soll es einmal in dem Gewerbegebiet geben.

Für das in Grünwald ansässige Immobilienunternehmen Rock Capital Group bedeutet der Kauf vor allem, dass es sein Portfolio rund um München erweitert: Ihm gehören bereits Immobilien in Aschheim-Dornach, Germering, Hallbergmoos, Starnberg, Taufkirchen, Tegernsee und Unterschleißheim. Derzeit entwickelt die Rock Capital Group nach eigenen Angaben circa 850 000 Quadratmeter an Büro-, Gewerbe-, Wohn-, Einzelhandels- und Hotelflächen sowie mehr als 5700 neuen Wohneinheiten. Das Gesamtinvestitionsvolumen belaufe sich auf mehr als acht Milliarden Euro im Raum München und im Raum Frankfurt.

© SZ vom 25.06.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite