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Grundschule Taufkirchen am Wald:Heftige Impfreaktion

Taufkirchen; Pappelstraße, Grundschule am Wald;

Die Grundschule am Wald an der Taufkirchner Pappelstraße.

(Foto: Angelika Bardehle)

Alle Lehrkräfte sollten gleichzeitig die zweite Spritze erhalten und daher der Unterricht ausfallen. Nach Protest der Eltern zieht die Rektorin den angekündigten Schulausfall zurück.

Von Patrik Stäbler, Taufkirchen

Verwirrung und Ärger bei Taufkirchner Eltern hat ein Schreiben der Grundschule am Wald hervorgerufen, das am Dienstag verschickt, dessen Inhalt aber am Donnerstag schon wieder zurückgenommen wurde. So hatte die Schule zunächst angekündigt, dass an den letzten zwei Tagen vor den Pfingstferien kein Präsenzunterricht stattfinden wird - unabhängig von der Inzidenz. Als Grund wurde die zweite Impfung fast der kompletten Lehrerschaft tags zuvor angeführt. "Da wir nicht sicher sagen können, ob an diesen Tagen genügend Lehrer gesund sein werden", werde es keinen Präsenzunterricht geben, sondern bloß eine "reduzierte Notbetreuung", hieß es in dem Schreiben.

Einigen Eltern stieß dies übel auf. "Ich habe mir gedacht, jetzt schlägt's Dreizehn", sagt etwa Alexander Kland. Er sei keineswegs gegen Impfungen für Lehrerinnen und Lehrer - "im Gegenteil", betont der Vater einer Viertklässlerin. Aber dass es keine andere Möglichkeit gebe, als die Lehrer an einem Mittwoch zu impfen, will Kland nicht glauben. "Warum macht man das nicht am Freitagnachmittag? Oder ein paar Tage später in den Ferien?"

Tatsächlich habe die Schulleitung keinerlei Einfluss auf die Impftermine, sagt Schulamtsdirektorin Ursula Löwe. Sie bekräftigt auch, dass infolge der zweiten Impfung an einigen Schulen mehrere Lehrkräfte ausfielen. "Das war manchmal ein großes Chaos." Löwe zufolge musste oftmals kurzfristig umorganisiert und auf Distanzunterricht umgestellt werden. Dass die Schulleitung aber im Vorfeld den Präsenzunterricht absagt, "das geht natürlich nicht". Im Falle der Taufkirchner Grundschule habe es - anders als im Elternbrief geschrieben - auch keine Rücksprache mit dem Schulamt gegeben, so Löwe.

Nach Bekanntwerden des Schreibens hat das Schulamt am Donnerstag die Schulleitung kontaktiert. Noch am Abend verschickte diese daraufhin einen weiteren Elternbrief, in dem die Absage widerrufen wurde. Man werde versuchen, heißt es darin, "an diesen beiden Tagen den Präsenzunterricht nach Stundenplan zu halten". Sollte dies nicht möglich sein, werde man die Eltern am Morgen auf der Homepage informieren. Seitens der Schulleitung war am Donnerstag niemand zu erreichen. Schulrätin Löwe nimmt die Rektorin in Schutz: Diese habe "guten Gewissens gehandelt, weil ja wirklich viele Lehrer nach der Impfung ausgefallen sind".

© SZ vom 07.05.2021/hilb
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