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Seniorenmesse:Karate für die Balance im Alter

"Sport - bin ich dafür zu alt?" lautete der Titel einer Mitmachstunde auf der Seniorenmesse, die das Gegenteil bewies.

(Foto: Claus Schunk)

Die erste Seniorenmesse in Höhenkirchen-Siegertsbrunn ist ein überraschend großer Erfolg. 2000 Besucher informieren sich bei zahlreichen Ausstellern und nehmen begeistert an kleinen Mitmach-Stunden teil.

Ein Juchzen dringt durch die Mehrzweckhalle in Höhenkirchen-Siegertsbrunn. Es kommt aus überwiegend weiblichen Kehlen, denn die Damen sind mutiger als die Herren und machen mit bei der kleinen Karate-Schnupperstunde von Steffen Paul, 51, und seinem Sohn Benedikt, 17, von der Spielvereinigung Höhenkirchen. Dabei dürfen die Teilnehmer alle an ihren Plätzen bleiben und sich nur neben den Stuhl stellen, die Trainer bleiben auf der Bühne an diesem Samstag-Vormittag auf der Seniorenmesse.

Erste Karateübung ist dann, die eine Hand wie eine Pistole zu formen, die andere wie ein Indianer-Friedenszeichen, also einfach die Handfläche nach vorn zeigen lassen. Das wechselt man dann ab, links Pistole, rechts Friedenszeichen und umgekehrt und immer schneller. Da gibts schon einige Verhaspelungen. Bei der nächsten Übung macht eine Hand Wellenbewegungen, die andere klopft auf den Bauch - sieht einfach aus, bringt aber das Gehirn leicht durcheinander. Schließlich heißt es ein Knie heben und dabei eine Hand nach vorne strecken, das klappt noch ganz gut. Aber dann: das Ganze mit geschlossenen Augen. Da müssen viele vor Überraschung juchzen.

"Es gibt Leute, die noch mit 60 Jahren mit Karate anfangen", macht Steffen Paul Mut. Man könne diese Sportart auch einfach nur für die Gesundheit betreiben, versichert er. Die Balanceübungen sind auf jeden Fall sicher gut gegen den Fortschritt des Alters.

Zum ersten Mal fand in Höhenkirchen-Siegertsbrunn eine Seniorenmesse statt, und sie war ein überraschend großer Erfolg. Etwa 2000 Besucher kamen an den beiden Tagen, bestaunten das Bühnenprogramm, informierten sich bei zahlreichen Ausstellern über Anti-Aging, Demenz oder Wohnformen im Alter, besuchten Vorträge oder nahmen an kleinen Mitmachstunden teil, etwa dem "partnerunabhängigen Tanzen".

In ein paar Jahren soll es eine ähnliche Veranstaltung geben

Für Veranstalterin Andrea Hanisch, CSU-Gemeinderätin, war es die vierte Messe, die sie in der Mehrzweckhalle organisierte, alle zu verschiedenen Themen. 2005 gab es eine Gesundheitsmesse, im Abstand von mehreren Jahren zwei Umweltmessen und jetzt die Seniorenmesse. In ein paar Jahren soll es wieder eine ähnliche Veranstaltung, aber mit neuer Thematik geben. "Kommunales Marketing ist mein Steckenpferd", sagt die Gemeinderätin, der dieses ehrenamtliche Engagement einfach Spaß macht.

Anfangs hatte sie Befürchtungen, ob eine Seniorenmesse genügend Besucher fände. "Man spricht doch nur einen bestimmten Teil der Bevölkerung an." Doch es kamen so viele, dass man teilweise kaum wusste, wie man die Leute unterbringen sollte, etwa beim Vortrag von Marianne Koch "Jung bleiben, auch wenn man älter wird". Doch auch alle anderen Themen und Referenten fanden ihre Zuhörer.

Holger Westermann etwa, der darüber sprach, wie groß der Einfluss des Wetters auf die Gesundheit ist. Er bot zahlreiches Faktenwissen vom Polarfront-Jetstream bis zum Golfstrom, die womöglich nicht jeder sofort verstand. Das Fazit aber war deutlich: In unseren Breiten ändert sich das Wetter alle drei Tage, und Menschen, die gesundheitlich vorbelastet sind, leiden tatsächlich darunter, das sei keine Einbildung.

Je nach Krankheit müsse man sogar besonders aufpassen. Bluthochdruckpatienten etwa seien im Winter stärker gefährdet, weil sich die Adern zusammen ziehen und der Druck in ihnen steige. Genaueres über die eigenen Befindlichkeiten kann man auf menschenswetter.de nachlesen.