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Höhenkirchen-Siegertsbrunn:Defizit erweist sich als Rechenfehler

Diskussion um Caterer der Erich-Kästner-Schule entzündete sich an falschen Zahlen

Von Bernhard Lohr, Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Die Aufregung war groß vor einem Jahr, als die damals Zweite Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) dem Gemeinderat eine Neuberechnung der Essensgeld-Gebühren für die Ganztagsklassen an der Erich-Kästner-Schule vorlegte und eine Anhebung der Elternbeiträge empfahl. Damals war von einem monatlichen Defizit von 4000 Euro die Rede. Und Otto Bußjäger (Unabhängige Bürger, UB) zeigte sich erbost über die Tatsache an sich und die aus seiner Sicht schlecht vorbereitete Sitzungsvorlage. Wie sich jetzt zeigte, wiesen die Unterlagen tatsächlich einen groben Fehler auf. Den Ärger hätte man sich jedenfalls sparen können.

Denn bei der Wiedervorlage der Angelegenheit kam heraus, dass die frühere geschäftsleitende Beamtin im Rathaus statt eines jährlichen ein monatliches Defizit angegeben hatte. Der Fehler fachte vor allem in den UB den Ärger an, die der Verwaltung gleich eine ganze Reihe von Fragen hinterherschickte: Man wollte wissen, was Caterer in anderen Gemeinden so verlangten, und ob nicht vielleicht nicht ganz ausgelastete Gasthöfe am Ort Essen liefern könnten. Die Verwaltung solle Einsparmöglichkeiten prüfen und Synergieeffekte mit anderen Schulen ins Auge fassen. Zwölf Fragen waren abzuarbeiten, bis hin zu der, ob eine Ernährungsberaterin zur Rate gezogen worden sei.

Die meisten Fragen waren freilich schnell abgehakt und mit Nein beantwortet, wie etwa die zur Ernährungsberaterin oder zur Kooperation mit anderen Schulen. Die Realschule existiere noch nicht, stellte die Verwaltung in ihrer Sitzungsvorlage kurz fest. Mindy Konwitschny, mittlerweile Erste Bürgermeisterin, stellte sich vor der Behandlung der Angelegenheit erst einmal voll und ganz hinter den in ein ungutes Licht geratenen Caterer. Er sei ein "ganz, ganz guter" Essenslieferant, fänden Schule wie Eltern, sagte sie. Dass es zu einem leichten Defizit auch nach einem Jahr schon kommen könne, sei ganz normal, weil immer wieder Kinder an- oder abgemeldet würden.

Knapp 150 Kinder werden vom Caterer versorgt. Die Gebühr wurde nun vom Gemeinderat für fünf Mittagessen pro Woche von 66,50 Euro im Monat auf 73,30 Euro angehoben, bei vier Essen sind statt 56,90 Euro künftig 60,90 Euro fällig. Die Gebühr je Essen steigt von 3,50 auf 3,70 Euro. Alle außer Otto Bußjäger stimmten dem so zu.

© SZ vom 28.07.2020

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