bedeckt München 26°

Gesundheit:Protest gegen Klinik-Pläne

Wehrt sich gerade aus den Erfahrungen der Corona-Pandemie gegen eine mögliche Reduzierung medizinischer Kapazitäten: Bürgermeister Patrick Ott aus Baierbrunn.

(Foto: Berger/oh)

Baierbrunn fordert Garantie des Standorts Wolfratshausen

Der Baierbrunner Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung am Donnerstagabend einstimmig für die Forderung ausgesprochen, die Kreisklinik in Wolfratshausen nicht zu privatisieren. Mit 15 zu null Stimmen beschloss der Gemeinderat die folgende Resolution: "Die Gemeinde Baierbrunn lehnt die angedachte Privatisierung der Kreisklinik Wolfratshausen mittels eines privaten Kooperationspartners ab. Die Gesundheitsvor- und Gesundheitsfürsorge für die komplette Region des Altlandkreises Wolfratshausen muss in Wolfratshausen vollumfänglich erhalten bleiben."

Insbesondere hält es die Gemeinde Baierbrunn für notwendig, dass vollwertige Abteilungen für Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie und Intensivmedizin sowie eine ständig besetzte Notaufnahme sowie die Geburtshilfe am Standort Wolfratshausen weiter betrieben werden müssen. Diese Fachabteilungen dürfen nicht in die private Asklepios Stadtklinik nach Bad Tölz verlegt werden, da dies zu einer unnötigen Verlängerung der Rettungswege und damit zu einer Verschlechterung der wohnortnahen medizinischen Grund- und Notfallversorgung in der Region des Altlandkreises Wolfratshausen führt. Das Kreiskrankenhaus Wolfratshausen ist für die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Baierbrunn eines der nächstgelegenen Krankenhäuser. Die Gemeinde Baierbrunn fordert den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auf, weiterhin zu einer ordnungsgemäßen Erfüllung seiner wichtigsten Pflichtaufgabe der Daseinsvorsorge, die Aufgabe der Sicherstellung einer ordnungsgemäßen medizinischen Grund- und Notfallversorgung zur Rettung menschlichen Lebens im Altlandkreis Wolfratshausen zu übernehmen.

Damit schließt sich Baierbrunn der Forderung an, wie sie einige Nachbargemeinden zu den Privatisierungsplänen formuliert haben, darunter Straßlach-Dingharting und Schäftlarn. Bürgermeister Patrick Ott (ÜWG) sagt: "Die Baierbrunner befinden sich zwar durch die Nähe zur Stadt München in der glücklichen Lage, alternative Kliniken relativ schnell erreichen zu können. Allerdings sind auch diese Standorte bereits stark ausgelastet. Eine weitere Reduzierung von medizinischen Kapazitäten, insbesondere einer Notaufnahme, führt zu einer steigenden Belastung der verbleibenden Kliniken. Das darf, gerade im Hinblick auf die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie, nicht passieren."

© SZ vom 12.06.2021 / SZ
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB