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Unterföhring:Warten auf Sonnenschein

Biergarten direkt am Wasser: Julia und David Gersztein sowie Geschäftsführer Adrian Böltl (von links) haben die Gastronomie am Feringasee übernommen.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Die neuen Pächter der Gastronomie am Feringasee sind noch mit Umbauarbeiten beschäftigt. Der Biergarten läuft aber schon mit Selbstbedienung. Im Winter soll es wieder den Christkindlmarkt geben

Von Sabine Wejsada, Unterföhring

Nun braucht es nur noch Sonnenschein zum Glücklichsein: Julia Gersztein und ihr Mann David schauen am Freitagvormittag gespannt in den Himmel. Dunkle Wolken ziehen über den Feringasee, gleich kommt wieder ein Regenschauer. Heute wird es wohl eher nichts werden mit dem Biergartengeschäft. Es sei denn, es reißt doch noch auf, und die Menschen trauen sich raus.

Die beiden 31-Jährigen sind die neuen Pächter der Gastronomie am See in Unterföhring. Das junge Ehepaar und ihr Geschäftsführer Adrian Böltl, 22, haben das Lokal im März übernommen. Im Garten werden seit dem 18. Mai Gäste mit Selbstbedienung bewirtet, zuvor konnten sich Besucher Speisen und Getränke "to go" holen. Zur Gastronomie am See gehören auch die beiden Kioske, einer am Eingang zur FKK-Halbinsel, der andere bei den Surfern. Dort gibt es ebenfalls etwas zu essen und zu trinken, alles zum Mitnehmen. Der Betrieb im Restaurant ruht noch, wobei das jedoch nicht ganz stimmt. "Drinnen gibt es viel zu tun", sagt Julia Gersztein. Die Gasträume müssen renoviert und umgestaltet werden. Die 31-Jährige und ihr Mann wollen dem Haus "einen jungen Stempel" aufdrücken, die Ausrichtung des Gasthauses soll aber weiterhin bayerisch sein, wie beide sagen. Im Herbst oder spätestens im Winter wollen die neuen Pächter das Lokal wieder öffnen, für die Adventszeit planen sie einen Christkindlmarkt am See, der von ihren Vorgängern eingeführt wurde und in der Vergangenheit unzählige Besucher aus der ganzen Region angezogen hat.

Im Herbst 2019 ist am Feringasee eine Ära zu Ende gegangen: Nach 37 Jahren hat die Wirtsfamilie Faltermaier aufgehört und im November das von vielen Stammgästen besuchte Gasthaus und den Biergarten sowie die Kioske zugesperrt. Die Gastronomie sollte eigentlich bereits zum 1. Januar in neue Hände gelegt werden, doch die Gruppe Anheuser-Busch InBev, zu der Spaten und weitere Brauereien wie Franziskaner oder Beck's gehören, hat sich offenbar nicht so leicht getan, für das Objekt Nachfolger für die Faltermaiers zu finden, die das Geschäft 1982 aufgebaut haben. Der Gasthof Feringasee ist in all den Jahren kein Saisonbetrieb gewesen. Außerhalb der Badesaison haben dort viele Familienfeiern stattgefunden und zahlreiche Stammgäste nutzen das ideal am Gewässer gelegene Lokal für einen Ausflug. In den Sommermonaten herrschte auf der zur Wirtschaft gehörenden Terrasse mit Bedienung und im Biergarten mit Selbstabholung Hochbetrieb.

Zumindest auf Letzteres hoffen jetzt auch die neuen Wirte. Die Gerszteins und ihr Geschäftsführer Böltl planen für die laufende Saison nur mit dem Biergarten, der Platz für 1100 Gäste unter Einhaltung der geltenden Abstandsregeln bietet und wo neben typischen bayerischen Speisen und Bier auch Crêpes angeboten werden. Einen Bereich mit Bedienung soll es erst 2021 geben, wenn das Lokal auf Vordermann gebracht ist.

Die drei jungen Leute freuen sich auf das Geschäft - trotz der Corona-Krise und ihren Folgen für die Gastronomie im Allgemeinen und ihre im Speziellen. Auf der einen Seite verschaffe ihnen Corona Luft für die Renovierungsarbeiten in der Gaststätte, sagt Julia Gersztein, die aus einer Schaustellerfamilie kommt und zusammen mit ihrem Mann David in ihrer Firma Natur- und Freizeitgastronomie arbeitet. Die Gerszteins betreiben zudem den Biergarten am Heimstettener See, bis zum Lockdown waren sie auch in der Therme Erding vertreten. Ob und wann es dort wieder losgeht, ist ungewiss. Der Fokus liege derzeit aber ohnehin auf dem Feringasee.

Der Biergarten ist täglich von 11 Uhr bis zum Sonnenuntergang geöffnet. Jetzt muss er nur noch kommen, der Sommer.

© SZ vom 06.06.2020

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