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Erneuerbare Energie:Kaum Geräusche, kein Schatten

Investor: Echinger Bedenken gegen Garchinger Rotor unbegründet

Von Klaus Bachhuber, Garching/Eching

Das geplante neue Windrad im Norden des Garchinger Stadtgebiets werde auf den nahen Echinger Gemeindeteil Dietersheim keinerlei relevante Auswirkungen haben. Das versicherte die planende Firma Ostwind aus Regensburg am Dienstag vor den Echinger Gemeinderäten und etwa 80 Zuschauern im Rathaus sowie im Livestream.

Mit einer potenziellen Gesamthöhe der Windkraftanlage von 250 Metern inklusive Rotorflügel bei 1430 Metern Abstand vom Standort zur Bebauungsgrenze von Dietersheim ist die in Bayern gültige 10-H-Regel weit überschritten, wonach ein Windrad mindestens zehnmal die eigene Höhe Abstand von Wohnbebauung halten muss. Planungsrechtlich ist das dennoch zulässig, weil die Stadt Garching mit einem eigenen Bebauungsplan den ausdrücklichen Willen zum Windrad bekundet.

Dietersheim ist nach Angaben von Ostwind weder durch Lärm, Schattenwurf oder sonstige relevante Auswirkungen einer Windkraftanlage tangiert. Ein Schallschutzgutachten habe ergeben, dass der gerade noch zulässige Lärmpegel auf halber Strecke nach Dietersheim erreicht werde und der Schall in dem Echinger Gemeindeteil weit unter dem Grenzwert liegen werde. Ein Schatten der Anlage erreicht Dietersheim nach den Simulationen von Ostwind zu keiner Jahres- und Tageszeit.

Ostwind rechnet damit, dass die Anlage bei optimalem Planungs- und Genehmigungsverlauf frühestens 2025 gebaut und in Betrieb genommen werden könnte. Das nötige Fundament für die Anlage werde rund 25 Meter Durchmesser haben und 3,5 Meter tief sein. Als Ertrag sind 11,5 Millionen Kilowattstunden Energie prognostiziert. Vorgesehen seien Beteiligungsmöglichkeiten für die Region, versicherte Georg von Aretin, Leiter der Projektentwicklung bei Ostwind, wobei die genaue Art noch nicht absehbar sei. Mit der Bürgerenergiegenossenschaft Freisinger Land, bei der Eching Gründungsmitglied ist und die das nahe Windrad bei Kammerberg betreibt, gebe es bereits Kontakt.

Die Fläche an der Gemeindegrenze ist seit 2015 im gültigen Flächennutzungsplan der Stadt Garching für Windkraft vorgesehen, Eching hatte im damaligen Verfahren keinerlei Bedenken angemeldet. CSU-Gemeinderätin Heike Krauß aus Dietersheim monierte nun, dass damals innerhalb der ausgewiesenen Fläche andere Standorte vorgesehen gewesen seien. Seither habe der Planer gewechselt, erläuterte Aretin. Für ihre Planungen habe nur das jetzt anvisierte Grundstück zur Verfügung gestanden, "andere Grundstücksbesitzer waren bisher nicht gesprächsbereit".

Der Garchinger Stadtrat hatte im Januar beschlossen, den Bebauungsplan für das Windrad ins Verfahren zu bringen. Viele Dietersheimer fühlten sich davon überfahren. Eine Unterschriftenaktion forderte mehr Beteiligung. Eching setzte daraufhin die Information durch Ostwind im Gemeinderat an. Eine Stellungnahme Echings ist erst in einem späteren Verfahrensschritt gefragt.

© SZ vom 25.02.2021
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