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Elektromobilität:Sechs Stromtankstellen

Höhenkirchen-Siegertsbrunn hofft auf Förderung des Netzes

Von Patrik Stäbler, Höhenkirchen-Siegertsbrunn

Eine einzige Stromtankstelle in einer Gemeinde mit gut 11 000 Einwohnern: Dass das kaum ausreichend ist, bekommen die Rathausbeschäftigten in Höhenkirchen-Siegertsbrunn öfters zu hören. "Wir kriegen immer mehr Anfragen von Besitzern von Elektroautos", berichtete Bürgermeisterin Mindy Konwitschny (SPD) im Bauausschuss des Gemeinderats. Und auch Firmen, die ihren Mitarbeitern solche Fahrzeuge bereits zur Verfügung stellen oder dies planen, würden sich zunehmend im Rathaus melden. Dort bekommen sie zu hören, dass es aktuell bloß eine Ladestation gibt - nämlich vor dem Rathaus. Demnächst aber soll in der Gemeinde ein Netz aus sechs Stromtankstellen entstehen. Den zugehörigen Förderantrag, in dem die Standorte und deren Ladeleistung umschrieben werden, hat der Bauausschuss nun einstimmig auf den Weg gebracht.

Zuvor hatte Benjamin Dietz vom Büro Steinbacher Consult dem Gremium vorgestellt, welche Ladeleistungen er an den ausgewählten Standorten empfehlen würde. Er riet dazu, am Bahnhof, bei der Freiwilligen Feuerwehr Höhenkirchen sowie am Rossmann an der Bahnhofsstraße nicht nur Normalladesäulen aufzustellen, an denen der Ladevorgang mehrere Stunden dauert, sondern auch Schnellladesäulen, die Akkus von Elektroautos in deutlich kürzerer Zeit aufladen. Hinsichtlich des Standorts bei der Feuerwehr regte Dietz an, das Gespräch mit einer dort ansässigen Firma zu suchen - mit dem Ziel, ein gemeinsames Angebot zu schaffen. Weniger groß sei der Bedarf an Schnellladesäulen hingegen an den geplanten Standorten beim Seniorenzentrum, am Gasthaus Inselkammer und vor dem Rathaus. Hier seien weniger Fahrzeuge zu erwarten und die Standzeiten länger, erläuterte Dietz. "Daher kann man dort die Ladeleistungen etwas niedriger ansetzen."

Roland Spingler (CSU) lobte die Idee, "dass man sich jetzt Gedanken über Schnellladesäulen macht". Schließlich sei dies eine Investition in die Zukunft. Er sprach sich dafür aus, auch am Rathaus eine Schnellladesäule anzubieten - ein Vorschlag, den Gudrun Hackl-Stoll (Grüne) unterstützte. Zwar wies die Bürgermeisterin darauf hin, dass dies die geschätzten Kosten von 82 000 auf knapp 100 000 Euro steigen lasse - mithin deutlich mehr als die im Haushalt eingeplanten 75 000 Euro. Jedoch votierte der Ausschuss letztlich einstimmig dafür, auch am Rathaus eine Stromtankstelle mit höherer Ladeleistung anzubieten.

Auf Basis dieser sechs Standorte mit der jeweiligen Ausstattung wird die Gemeinde nun ihren Förderantrag einreichen, in dessen Folge es noch zu Änderungen im Konzept kommen könne, sagte Dietz. Er stellte überdies verschiedene Varianten vor, wie sich die Gemeinde künftig am Betrieb der Ladestationen beteiligen kann. Dabei riet Dietz sowohl davon ab, bloß als Standortpartner einer Betreiberfirma aufzutreten, als auch, den Betrieb der Stromtankstellen selbst zu übernehmen. Vielmehr empfahl er einen Mittelweg, bei dem die Gemeinde die Standorte zur Verfügung stellt und die Investitionen für die Ladesäulen übernimmt, den Betrieb jedoch an eine Firma überträgt. Hierbei könne man über die Ausschreibung durchaus Einfluss auf die Preisgestaltung nehmen, so Dietz. Auf Nachfrage von Peter Guggenberger (CSU) erläuterte er, dass auch eine Refinanzierung der Investitionen durch Abgaben möglich wäre.

Eine Entscheidung darüber, welchen Weg die Gemeinde gehen wird, fällte der Bauausschuss indes noch nicht. Dies werde später geschehen, sagte Konwitschny. "Wichtig für uns ist jetzt erst einmal, dass wir den Förderantrag auf den Weg bringen. Damit wir vorwärts kommen in diesem Prozess."

© SZ vom 14.06.2021
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