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Coronavirus im Landkreis München:Hotspot in Grünwald

Von den zehn Schulen und acht Kindertagesstätten, die im Landkreis betroffen sind, liegen vier in der Isartalgemeinde

Anders als in der Landeshauptstadt bewegt sich das Infektionsgeschehen im Landkreis München derzeit auf geringerem Niveau. Von Sonntag auf Montag (Stand: 14 Uhr) meldet das Landratsamt lediglich sechs dokumentierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Am Wochenende waren es zusammengenommen 16 neue bestätigte Ansteckungen gewesen. Das Infektionsgeschehen wirkt sich allerdings weiter auf den Schulbetrieb aus. Derzeit sind mindestens zehn Schulen betroffen, dort befinden sich einzelne Klassen in Quarantäne. Zudem haben acht Kindertageseinrichtungen im Landkreis wegen Corona komplett geschlossen.

Seit dieser Woche veröffentlicht das Landratsamt auch, welche Schulen aufgrund von positiven Tests einzelne Klassen für 14 Tage vom Präsenzunterricht ausschließen müssen (Stand: Montag, 15 Uhr). Dies gilt für die Martin-Kneidl-Grundschule in Grünwald (bis 25./28. September), die Realschule Aschheim (bis 2. Oktober), die Realschule Neubiberg (bis 25. September), die Walter-Klingenbeck-Realschule Taufkirchen (bis 23./29. September), das Gymnasien Grünwald (bis 28. September), das Gymnasium Neubiberg (bis 23./24./25. September), das Werner-Heisenberg-Gymnasium in Garching, die Fachoberschule Haar (bis 28. September), die Berufliche Oberschule Unterschleißheim (bis 26./28. September) und die Clemens-Maria-Hofbauer-Schule Putzbrunn (bis 25. September). Von den betroffenen Kitas befinden sich drei in Grünwald, je eine in Garching, Neuried, Ottobrunn, Putzbrunn und Unterhaching. Mit Corona-Fällen an drei Tagesstätten und dem örtlichen Gymnasium ist die Isartalgemeinde Grünwald eine Art Corona-Hotspot.

Am Werner-Heisenberg-Gymnasium in Garching wird die strenge und umfassende Maskenpflicht in dieser Woche bis zunächst einschließlich Freitag, 25. September, aufrecht erhalten - also auch während des Unterrichts. In Bayern ist eigentlich seit diesem Montag das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auch in den weiterführenden Schulen nicht mehr erforderlich. Die Garchinger Schulleitung hat am Sonntagabend in einem Schreiben an die Eltern jedoch mitgeteilt, dass das Gymnasium mit dieser Maßnahme einer dringenden Empfehlung des Gesundheitsamtes folge.

Der wichtige Inzidenz-Wert sinkt im Landkreis leicht von 29,8 auf 28,7. Er besagt, wie viele Menschen sich bezogen auf 100 000 Einwohner in der vergangenen Woche nachweislich infiziert haben; übersteigt die Sieben-Tage-Inzidenz den Wert 35, müssen die Gesundheitsbehörden über zusätzliche Maßnahmen beraten, um die Pandemie einzudämmen. Merklich zurückgegangen ist die Zahl der aktuell Infizierten von 163 am Sonntag auf 151 am Montag; seit dem 4. Februar haben sich insgesamt 1977 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der bestätigten Todesfälle liegt weiterhin bei 96, insgesamt 1730 Menschen gelten als statistisch genesen. Zwei neue Fälle werden aus Unterhaching gemeldet, je einer Haar, Neubiberg, Pullach sowie Taufkirchen.

Unterdessen plant die Universität der Bundeswehr in Neubiberg eine Studie zur Wahl der Verkehrsmittel in Corona-Zeiten. Professorin Silja Hoffmann und ihr Team an der Professur für intelligente, multimodale Verkehrssysteme wollen die Verkehrsteilnehmer besser verstehen - gerade jetzt in Corona-Zeiten. Daher analysieren sie das Mobilitätsverhalten und die Motivation der Menschen, um Auto, Rad, Bus oder Bahn zu nutzen. Die Wissenschaftler suchen Freiwillige. Eine Teilnahme ist unter https://survey.unibw.de/verkehrsmittel2020/ möglich.

© SZ vom 22.09.2020 / hilb, müh, sab

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