Aus für den Schlachthof:Mit Erfolg ausgeschlachtet

Aus für den Schlachthof: 87 Prozent der Wähler sind gegen einen Schlachthof. Das war's für das Projekt.

87 Prozent der Wähler sind gegen einen Schlachthof. Das war's für das Projekt.

(Foto: Claus Schunk)

Den Schlachthof-Gegnern in Aschheim ist es gelungen, die Menschen zu mobilisieren und deren Ängste als Protest zu bündeln.

Kommentar von Lars Brunckhorst

Die Schlacht ist geschlagen und geschlagen sind auch Aschheims Bürgermeister sowie CSU und SPD im Gemeinderat. Zuerst hatten sie gemeint, an der Bevölkerung vorbei einen Schlachthof in die Gemeinde holen zu können; dann, als große Teile dagegen auf die Barrikaden gingen, machten sich Thomas Glashauser und die beiden Mehrheitsfraktionen im Wahlkampf stark für die Pläne des Investoren-Duos aus Nordrhein-Westfalen und Großbritannien. Vergeblich. Den Gegnern ist es gelungen, die Ängste und Vorbehalte der Menschen gegen das Großprojekt erfolgreich auszuschlachten.

Mit der erwartbaren klaren Ablehnung im Bürgerentscheid ist nun nicht nur der Bau eines Schlachthofs an der A 99 gestorben, dem jungen Bürgermeister und seinem Ratsgremium sind von den Bürgern zwei Jahre nach der Kommunalwahl auch klar ihre Grenzen aufgezeigt worden. Auch wenn das Ergebnis des Bürgerentscheids nur ein Jahr bindend ist: Angesichts des klaren Neins wäre es politischer Selbstmord, wenn sich die Gemeinderatsmehrheit zur Mitte der Wahlperiode darüber hinwegsetzen und das Vorhaben wieder aufgreifen würde. So kann man wohl davon ausgehen, dass sich ein Umzug des Münchner Schlachthofs aus der Stadt ins Umland für längere Zeit erledigt haben dürfte.

Ein Gutes hat der Ausgang aber sogar für die Verlierer: Das mehr als deutliche Ergebnis und die hohe Wahlbeteiligung sollten die zuletzt schrillen Diskussionen beenden und hoffentlich wieder Ruhe einkehren lassen in Aschheim.

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