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Aschheim:Aschheim behält Filetgrundstück

Gemeinde will selbst Wohnungen an der Weidachstraße bauen

Die Gemeinde Aschheim schlägt Kaufangebote für ein Grundstück an der Weidachstraße aus und will dort selbst Wohnungen planen. Ob diese vermietet oder in einem Einheimischenmodell als Eigentumswohnungen verkauft werden sollen, wird noch geprüft.

Das etwa 2600 Quadratmeter große Grundstück ist bis auf ein Lagerhaus derzeit nicht bebaut und liegt gut erreichbar nordöstlich des Ortszentrums, nördlich dem Gewerbegebiet Nord-Ost vor dem Lohwald. Der aktuelle Bebauungsplan sieht auf dem Gelände Flächen für Wohnbebauung, Betreutes Wohnen und Pflege vor. Zwei Interessenten würden das Areal gern erwerben und bieten der Gemeinde dafür 4,5 Millionen Euro.

Trotz der stolzen Summe waren sich die Gemeinderäte einig, dass man das Grundstück nicht einfach aus der Hand geben wolle. Seit Langem diskutiere man im Gremium über den Bedarf an Wohnungen in Aschheim, sagte Freie-Wähler-Fraktionsvorsitzender, Eugen Stubenvoll, daher verbiete sich der Verkauf. Auch Ingrid Lenz-Aktaş machte sich dafür stark, dieses "Filetstück" im eigenen Besitz zu behalten. Gerade angesichts der steigenden Grundstückspreise sei dies zudem eine sichere Wertanlage für die Kommune. Rolf Dettweiler (CSU) regte an, die Gemeinde solle zunächst ein Wertgutachten erstellen lassen, bevor die endgültige Entscheidung gefällt wird. Das betrachtete die Mehrheit aber als überflüssig, da man das Grundstück sowieso nicht verkaufen wolle.

Die Freien Wähler gingen noch einen Schritt weiter und beantragten, dass die Gemeinde selbst auf dem Gelände eine Wohnanlage planen soll. Drei Varianten sollen dabei geprüft werden, ein Einheimischenmodell mit Eigentumswohnungen bevorzugt für Aschheimerinnen und Aschheimer, ein Genossenschaftsmodell mit Mietwohnungen sowie die Vergabe der Fläche im Erbbaurecht. Der Antrag fand breite Zustimmung.

Rathaus-Geschäftsleiter Christian Schürer mahnte jedoch die Folgen zu bedenken: Denn das Geld für die Planungs- und eventuelle spätere Baukosten ist bisher nicht im Haushaltsplan der Gemeinde vorgesehen, muss also an anderer Stelle erst gefunden werden. Wegen der Corona-Krise hat Aschheim zudem wie die meisten Kommunen Rückgänge bei den Steuereinnahmen zu verzeichnen. Der Gemeinderat blieb jedoch bei seiner Entscheidung. Einzig Bürgermeister Thomas Glashauser (CSU) stimmte am Ende für einen Verkauf des Grundstücks und gegen die gemeindliche Bauplanung.

© SZ vom 06.05.2021 / gna
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