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Laim:Lernen auf der Wiese

Stadt stellt die Weichen für Neubauten der Lukas-Schule an der Riegerhofstraße samt unterirdischer Dreifachturnhalle

Der Stadtrat hat das Startsignal für eine Erweiterung der Lukas-Schule an der Riegerhofstraße gegeben, zu der auch eine zweite Dreifachturnhalle gehört, die wie bisher in enger Kooperation mit dem SV Laim genutzt werden soll. Einstimmig verabschiedete der Planungsausschuss den Einleitungs- und Aufstellungsbeschluss für das Bebauungsplanverfahren, mit dem das nötige neue Baurecht geschaffen werden soll. Damit kann die Planung offiziell beginnen.

So kann die staatlich anerkannte private evangelische Lukas-Schule an ihrem jungen Stammhaus (weitere Standorte sind um die Ecke in der Helmpertstraße und in Hadern) weiterwachsen und ihre Kapazität, grob gerechnet, nahezu verdoppeln. Zu den derzeit etwa 650 Schülern kommen schlussendlich etwa 500 weitere dazu.

Seit dem Einzug 2010 in den neuen Klinkerbau an der Riegerhofstraße, damals ausschließlich mit der Mittelschule, wurde im und um den Komplex herum beständig gebuddelt, um mehr Raum zum Lernen und Sporteln zu schaffen. Mittlerweile hat die Lukas-Schule hier auch ein eigenes Gymnasium gegründet, die Nachfrage nach dem pädagogischen Portfolio sei weitaus größer als das bestehende Angebot, gibt die Schule denn auch als Grund für die Erweiterung an.

Zudem hat auch der SV Laim, auf dessen Erbbaugrundstück, das er für die öffentlich-private-Partnerschaft an die Lukas-Schule abgetreten hat, zusätzlichen Raumbedarf in erheblichem Umfang. Dessen Mitgliederzahlen sind eigenen Angaben zufolge seit 2010 von 1100 auf 2700 gewachsen. Die Möglichkeit, sich weiter entlang der schmalen Riegerhofstraße auszubreiten, kam 2017. Die Lukas-Familie hat das direkt angrenzende Wiesengrundstück von der Deutschen Bahn gekauft. Hier soll nun gebaut werden; dafür bedarf es einer Änderung des Bebauungsplans.

Auf dem Weg in die nächste Erweiterungsphase: die Laimer Lukas-Schule an der Riegerhofstraße.

(Foto: Catherina Hess)

Entstehen wird eine dreizügige Grundschule sowie ein weiterer Zug für Mittel-, oder Realschule oder des Gymnasiums, heißt es in der Stadtratsvorlage. Andocken soll zudem eine unterirdische Dreifachturnhalle. Die Pläne stammen vom Architekturbüro Harter und Kanzler aus Freiburg, das schon das Bestandsgebäudes an der Riegerhofstraße entworfen hat. Um ein "homogenes Ensemble von Bestand und Neubau" sicherzustellen, soll nun auf behördlichen Rat hin den Freiburgern auch der gestalterische Vorrang gewährt und auf einen neuen Architekturwettbewerb verzichtet werden. Die Regierung von Oberbayern hat dem Prozedere zugestimmt.

In der Debatte im Planungsausschuss ergriff zunächst der Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) Laim, Josef Mögele (SPD), das Wort. Er appellierte, dass die benachbarte Bezirkssportanlage nicht durch den Ausbau in Mitleidenschaft gezogen werde, "sie wird gebraucht, es ist die einzige öffentliche Sportanlage in unserem Bezirk". Außerdem befürchtet Mögele, dass die Riegerhofstraße mit noch mehr Verkehr durch mehr Schüler überlastet werde. Zudem sei die Gotthardstraße an dieser Stelle nicht vierspurig, wie es in der Vorlage heißt, sondern nur zweispurig. Mögele forderte erst ein durchdachtes Verkehrskonzept, bevor der Bebauungsplan beschlossen wird.

Die Stadträtinnen Heide Rieke (SPD) und Heike Kainz (CSU) begrüßten das Projekt insgesamt, warben aber dafür, die Bedenken und Ideen aus dem Stadtbezirk in der weiteren Planung ernst zu nehmen. Anna Hanusch (Grüne) lobte, das mehr Sportflächen entstehen, mahnte aber an, dass die Zugänglichkeit für Vereine noch besser gesichert werden müsse. Und sie verlangte, den BA und die Öffentlichkeit bei dem Vorhaben intensiv einzubinden, da es ja keinen Wettbewerb geben werde. Johann Sauerer (ÖDP) plädierte dafür, erst einmal die Fragen des BA zu klären und dann den Beschluss im Stadtrat zu fassen. Dem trat Michael Mattar (FDP) entgegen: "Es gibt doch ein klares Verfahren, das beginnt mit dem Aufstellungsbeschluss, dann werden die Fragen geklärt." Stadtbaurätin Elisabeth Merk ergänzte: "Alles, was wir vorab klären konnten, haben wir geklärt. Wir brauchen jetzt verbindliche Aussagen, und die kriegen wir nur, wenn wir das Verfahren offiziell starten können."

Neubau in Weiß: Die bestehende Lukas-Schule (rechts) wird nach Süden erweitert.

(Foto: Lukas-Schule)

Letztlich nahm der Ausschuss Merks Vorlage zum Einleitungs- und Aufstellungsbeschluss einstimmig an, ergänzt um zwei Änderungsanträge: Auf Betreiben der Grünen und der SPD soll das Planungsreferat sicherstellen, dass der Sportplatz auch weiterhin von der Grundschule an der Fürstenrieder Straße genutzt werden kann, dass eine unbeschränkte öffentliche Zugänglichkeit gewährleistet ist und das Stadtviertel-Gremium beim Verkehrskonzept intensiv eingebunden wird.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels war fälschlicherweise zu lesen, der Lukas-Familie sei das Grundstück von der benachbarten Baugenossenschaft des Verkehrspersonals 1898 e.G. zum Kauf angeboten worden.

© SZ vom 09.12.2019
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