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Kurzkritik:Eingebremster Enthusiasmus

asa

Eine Diva mit Hang zur Pop-Noblesse: Das Hauptbetätigungsfeld von Asa bleibt trotz gelegentlich inhaltlich eindringlicher Ausflüge der Lovesong.

(Foto: Muffatwerk)

Die französisch-nigerianische Sängerin Asa braucht im Ampere lange, bis sie in Fahrt kommt

Asa braucht eine Weile, bis sie die Fassade der Lässigkeit hinter sich lässt. Eigentlich kommt die französisch-nigerianische Sängerin erst in Fahrt, nachdem sie "Eye Adaba", eines ihrer frühen Stücke, nur dezent von der Background-Sängerin unterstützt, alleine zur Gitarre gesungen hat und damit das Konzert sich langsam von der Routine entfernt, die es bis zu diesem Moment im letzten Viertel des Programms bestimmt hat.

Nach "The Beginning" vom aktuellen Album "Lucid" steigert sich Asa ins Finale mit "Bimpé", "Jailer", "Be My Man", und aus der Diva mit dem Hang zur PopNoblesse, die sich selbst durchaus nebenan in der Muffathalle gesehen hätte statt im wesentlich kleineren Ampere, wird dann doch noch eine Künstlerin, die in ihrer Musik aufgeht, über die Bühne wirbelt und der ausgelassenen Stimmung im Raum ihren Lauf lässt.

Das mag zum Konzept gehören, über die Dramaturgie der Show hinweg erst schrittweise die Energie zuzulassen, die in ihr und in ihrer Band steckt. Es hängt aber auch mit der Musik als solcher zusammen, die in ihrer Anlage trotz mancher Verse auf Yoruba und gelegentlicher Off-Beat-Passagen eher stilistisch konventionell durch die Gewässer des Soulpop navigiert. Die Sängerin und Songschreiberin selbst zieht dabei die Konzentration auf sich. Sie bietet zwar inhaltlich eindringliche Lieder wie "Murder In The USA" über Verbrechen aus Leidenschaft, die aber im Rahmen der wechselnden Lovesongs eher die Seltenheit bleiben.

Ihre Band hat ihre klare Rolle als Begleitcombo, die Instrumentalisten dürfen sich nur punktuell austoben, und die Sängerin im Background hat ebenfalls kaum Gelegenheit, zu beweisen, dass sie mehr kann, als die Chefin rahmen. Und so warten eigentlich alle darauf - das Publikum mit zwar entspanntem, aber lange Zeit eher eingebremstem Enthusiasmus, und die Band mit freundlicher Professionalität -, bis Asa in der Zugabe bei "Bamidélé" sich in Form singt. Eigentlich geht es dann erst richtig los, doch das Konzert ist leider vorbei.

© SZ vom 29.02.2020
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