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Kriminalpolizei:Familiendrama in Aubing: 84-Jährige erdrosselt

Von Martin Bernstein

Ein 81-jähriger dementer Mann hat am Samstagvormittag seine drei Jahre ältere Ehefrau im gemeinsamen Haus am Rand der Aubinger Lohe getötet. Anschließend tauchte er völlig verwirrt bei den Nachbarn auf und berichtete ihnen, was er getan hatte. Die Polizei nahm den völlig desorientierten und pflegebedürftigen Mann fest. Inzwischen ist er in einer Klinik untergebracht. Die Leiche der Frau fanden die Beamten am Boden liegend im Wohnzimmer ihres Hauses. Die 84-Jährige war gegen 11 Uhr mit einer Kordel erdrosselt worden, Nachbarn wollen noch einen Hilferuf gehört haben. Die Tote soll jetzt obduziert werden, um die Todesursache zu klären. Das Ehepaar hatte nach Angaben von Herbert Linder, dem stellvertretenden Leiter der Mordkommission, seit 45 Jahren in einer Doppelhaushälfte an der Allinger Straße gelebt, eine Sackgasse in einer ruhigen Wohngegend. Die Frau hatte ihren an Alzheimer erkrankten Mann alleine gepflegt, die Hilfe eines Pflegedienstes war jedoch beantragt. Die Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Sonntag ist der 81-Jährige aufgrund seines Gesundheitszustands nicht vernehmungsfähig.

© SZ vom 29.08.2016
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