Internationales Figurentheaterfestival "Wunder":Mit Punch Agathe auf Shoppingtour

Guetesiegel Kultur_Punch Agathe_Pamela, die Money Maus!_wunder.2020_(c) Marius A

Pamela, die „Money Maus“, gehört zu den Fabelwesen, die die 18 Meter hohe Marionette „Punch Agathe“ bei ihren Auftritten im Stadtmuseum und am Marienplatz begleiten.

(Foto: Marius Alsleben)

Das Internationale Figurentheaterfestival "Wunder" zeigt 30 Produktionen in zwei Wochen.

Von Barbara Hordych

Mit ihren achtzehn Metern Höhe ist die schwarze Marionette "Punch Agathe" die größte Kasperline der Welt. Als Mutter aller Störenfriede, unberechenbar, rebellisch und albern, eilt sie, begleitet von Fabelwesen wie einem Nilpferd oder der Money Mouse, um den Globus. Das Licht der Welt erblickte die Kasperline in Melbourne, wo sie von der Regisseurin und Figurenspielerin Stefanie Oberhoff konstruiert wurde, "aufgewachsen" ist sie in Kinshasa. Am 21. Oktober kommt sie nun nach München, wo sie um 14 Uhr erst einmal ihr gigantisches Pucci-Handtäschchen am Fischbrunnen wäscht und dann auf Shopping-Tour geht. Zum Abschluss überreicht sie auf dem Marienplatz der Bürgermeisterin ein exklusives Mitbringsel.

Der Auftritt von Punch Agathe ist sicher einer der Höhepunkte des diesjährigen Internationalen Figurentheaterfestivals unter dem neuen Namen "Wunder." Wenn man alle Zeichen spricht, kommt "wunder Punkt" heraus. Denn auch die "wunden Punkte" will man mit all den spannenden und lustigen Aufführungen untersuchen, sagte Organisatorin Mascha Erbelding von der Gesellschaft zur Förderung des Puppenspiels im Münchner Stadtmuseum im Vorfeld. Zusammen mit der Schauburg-Intendantin Andrea Gronemeyer sowie mit Conny Beckstein und Marion Schäfer vom Verein Kultur und Spielraum hat sie ein Programm zusammengestellt, das Erwachsenen und Kindern vom 17. Oktober bis 1. November die vielfältigen Ausdrucksformen des Figuren- und Objekttheaters vor Augen führt. 30 Produktionen aus Tschechien, Slowenien, Frankreich, aus der Schweiz, Israel und Deutschland sorgen für Überraschungen im Stadtmuseum und in der Schauburg, im HochX, im Giesinger Bahnhof und in der Pasinger Fabrik, auf Straßen und in Innenhöfen. Besonders freut sich beispielsweise Andrea Gronemeyer auf das "berühmteste Versteckspiel der Literaturgeschichte", die Adaption des Märchens der Gebrüder Grimm "Der Wolf und die 7 Geißlein". Das erzählt in der Großen Burg Margrit Gysin, "die Grande Dame des Schweizer Figurentheaters", so Gronemeyer. Viel Grund zum Wundern bietet auch die maßgeschneiderte Anerkennung des schrulligen "Lobbüros" im Giesinger Bahnhof. Claudia Engel und Matthias Ludwig versprechen nicht eher zu ruhen, bis alle Besucher gebauchpinselt und schulterbeklopft wieder ihrer Wege ziehen.

Internationales Figurentheaterfestival "Wunder.", Sa., 17. Okt. bis So., 1. Nov., Infos: www.wunderpunktfestival.de

© SZ vom 15.10.2020
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