Initiative von CSU und SPD Auch Spaenle will die Synagoge retten

Antisemitismusbeauftragter unterstützt die Sanierungspläne an der Reichenbachstraße

Nach der Initiative von CSU und SPD im Stadtrat, die Synagoge an der Reichenbachstraße im Glockenbachviertel zu sanieren, unterstützt nun auch der bayerische Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle das Vorhaben. "Wir sollten alles daran setzen, dieses Bauwerk als Ort für jüdisches Leben neu zu beleben", sagte Spaenle am Mittwoch. Angedacht ist, dass die Stadt, der Freistaat und der Bund je ein Drittel der Kosten der Sanierung tragen. Auch das unterstützt Spaenle - Bund und Freistaat sollten sich "unbedingt beteiligen". Spaenle ist seit Mai Antisemitismusbeauftragter der Staatsregierung und zugleich Chef der Münchner CSU. Er begrüßte, den Ort als Kultur- und Erinnerungszentrum zu nutzen, zumal die Synagoge durch eine besondere Architektur und Farbgebung geprägt sei. Damit erhält das Vorhaben der Stadtratsfraktionen von SPD und CSU weiteren Zuspruch.

Wie teuer die Sanierung wird, ist noch unklar. Im Jahr 2013 war die Rede von etwa sechs Millionen Euro; heute seien die Kosten allerdings viel höher, vermutet Rachel Salamander, die sich im Verein "Synagoge Reichenbachstraße" für die Erhaltung des Gebäudes stark macht. Seinerzeit hatten der damalige Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und der damalige Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) die Synagoge besichtigt und eine Sanierung gefordert; der Bund wollte sich mit 200 000 Euro an einer baulichen Untersuchung beteiligen.

Seit 2006 das neue Gemeindezentrum am Sankt-Jakobs-Platz in der Altstadt eröffnet wurde, verfällt die Synagoge an der Reichenbachstraße zunehmend. Salamander sieht die Erhaltung des Gebäudes im Glockenbachviertel als "Pflicht unserer Generation". Es wurde 1931 eröffnet - als letzter Bau des Münchner Vorkriegsjudentums.