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Heimkino:Inspiriert vom echten Leben

Es gibt neue DVDs und Streams von Clint Eastwood und Tom Hanks.

Von Josef Grübl

Wenn Amerikaner dicht an dicht zusammenstehen und dabei "U-S-A, U-S-A" brüllen, stammen diese Bilder entweder von einer Wahlkampfshow des bald gewesenen US-Präsidenten - oder aus dem neuen Film von Clint Eastwood. Der Regisseur erzählt in Der Fall Richard Jewell eine wahre Geschichte aus dem Jahr 1996, als bei einer Veranstaltung während der Olympischen Spiele in Atlanta eine Bombe hochgeht. Der Sicherheitsmann Richard Jewell (Paul Walter Hauser) kann in letzter Sekunde das Schlimmste verhindern und wird von den Medien als Held gefeiert. Doch bald kommen Zweifel auf an seiner Geschichte, er wird als Blender bezeichnet - und, noch viel schlimmer, als Bombenleger verdächtigt. Eastwood möchte Richard Jewell rehabilitieren, sein Biopic lief im Sommer kurz in den Kinos, jetzt erscheint es auf DVD und Blu-ray sowie bei Streaming-Plattformen.

Die Kinoauswertung ausgelassen hat Der wunderbare Mr. Rogers, ebenfalls ein neu auf DVD und Blu-ray veröffentlichtes Biopic über einen amerikanischen Helden. Tom Hanks spielt den Kinderfernsehmoderator Fred Rogers, ein zynischer Journalist (Matthew Rhys) soll ein Porträt über ihn schreiben. Rogers sei der netteste Mensch, den er je getroffen habe, sagt er, "aber vielleicht ist ja alles nur gespielt". Solche Sorgen kennen Journalisten, zu porträtierende Personen wollen sich eben nur von ihrer Schokoladenseite zeigen. Wie das bei Mr. Rogers ist, sei hier nicht verraten. Nur so viel: Gespielt ist es sehr gut. Und noch eine wahre Geschichte, die in einem Biopic verarbeitet wurde, aus Italien: In Il Traditore steht der Mafiapate Tommasso Buscetta im Mittelpunkt, der sich in den Achtzigern nach Brasilien absetzt, von der dortigen Polizei aber nach Italien ausgeliefert wird. Dann geschieht das Unglaubliche: Im Prozess bricht Buscetta sein der Cosa Nostra gegenüber geleistetes Schweigegelübde. Der Fall sorgte international für viel Aufsehen, der Film darüber (neu auf DVD, Blu-ray und als Video on Demand) auch, er lief unter anderem in Cannes, Toronto und auf dem Filmfest München.

© SZ vom 26.11.2020
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