Haus der Kunst:Teure Renovierung

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Umbau des Ausstellungshauses kostet deutlich mehr als erwartet

Von Susanne Hermanski

Kultusminister Ludwig Spaenle hat im Landtag eine neue Kostenprognose für die Renovierung des Hauses der Kunst vorgestellt: 150 Millionen Euro soll das Projekt "Renovate/Innovate" kosten. "Die Summe impliziert auch einen Risikopuffer von 40 Millionen Euro", sagt Spaenle. Ursprünglich bewilligt hatte der Landtag lediglich 60 Millionen Euro; 20 Millionen Euro hatte der Bund als Zuschuss in Aussicht gestellt. Selbst ohne den "Risikopuffer" gerechnet, entspricht dies einer Kostensteigerung von fast 40 Prozent.

Hervorgerufen wird der Kostenanstieg durch Pläne, eine Universalbühne ins Haus zu bauen, und durch einige Veränderungen, die Architekt David Chipperfield vorschlägt. Der staatliche Zuschuss für die laufenden Kosten des Hauses wird bereits 2018 erhöht, um 1,2 Millionen Euro jährlich. Das soll helfen, das Haus von Grund auf solider zu finanzieren. Um dessen Liquidität wiederherzustellen, musste der Freistaat heuer bereits mit einer Summe einspringen, die Spaenle nicht öffentlich beziffern will. Die Mitglieder des Kulturausschusses zeigten sich wenig überzeugt von den Ausführungen. Sepp Dürr (Die Grünen) beklagte, der Minister habe mit seiner Stellungnahme zur Krise des Hauses nur "mehr Fragen aufgeworfen".

2016 belief sich der Zuschuss ans Haus der Kunst noch auf 3,2 Millionen Euro - "von 9,5 Millionen Gesamteinnahmen. Diese umfassen auch 2,1 Millionen Euro Zuwendungen Dritter". Damit nannte Spaenle erstmals klare Summen für diese Posten. Eintritte, vor allem aber auch Pachten liefern den Rest. Um die Finanzen und die Frage der Trägerschaft des bisher nur teilstaatlichen Museums zu klären, hat der Aufsichtsrat am Mittwoch eine Firma mit einer "Governance"-Studie beauftragt. Deren Name wurde noch nicht bekanntgegeben.

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