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Hasenbergl:Schnelle Abhilfe gesucht

Anlieger der Linkstraße beklagen Verlust von Parkplätzen

Es ist nicht das erste und nicht das letzte Mal, dass sich Bürger verzweifelt an ihre Lokalpolitiker wenden wie an einen Arzt: Grund für die akute Gemütskrankheit ist der chronische Mangel an Parkplätzen. Die Reaktion der Politiker ist daraufhin fast immer nur ein mitleidiger Blick. Denn die Diagnose ist längst bekannt: Verkehrsinfarkt. Verschrieben wird dann meist ein Geheimrezept, bei dem immer noch nicht ganz klar ist, ob es wirkt. Es heißt "Parklizenzgebiet" und wird von der Verwaltung erst nach langwieriger Prüfung appliziert und bleibt daher außerhalb der Innenstadt meist nur ein verheißungsvolles Versprechen für mögliche Heilung.

Dass es manchmal auch schnelle Abhilfe geben könnte, hat der Bezirksausschuss Feldmoching-Hasenbergl nun vorgemacht. Kürzlich wandten sich einige Bürger aus der Linkstraße, denen man wegen bevorstehender Baumaßnahmen die Parkplätze gestrichen hat, an das Gremium. Die Stadtviertelvertreter fanden nach einer leidenschaftlichen Diskussion über das richtige Vorgehen eine innovative Lösung: Statt etwa, wie die CSU forderte, den Dülferanger vorübergehend für die Autos der gestressten Anwohner freizugeben, schaute man sich in den Nachbarstraßen um und fand das "Heilmittel" in der Schleißheimer Straße. Ganz ohne besondere Eingriffe könnte man ihr auf ihrem letzten Abschnitt, wo sie sich hinter der Harpprechtstraße gabelt und krümmt, stadtauswärts eine Fahrspur nehmen. Dort sollen, bis die Bauarbeiten beendet sind, die Anwohner ihre Autos parken dürfen, vorzugsweise längs. Wenn sich auch die Stadt mit diesem Vorschlag zufrieden gibt, dann könnte die Hilfe diesmal schneller kommen als das vielbeschworene Parklizenzgebiet. Die Entfernung zur U-Bahn soll zudem gegen die notorischen BMW-Angestellten helfen, die dafür berüchtigt sind, jeden freien Fleck im Norden zuzuparken.