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Harlaching:Einigung unter Nachbarn

Spatenstich für Klinik-Neubau soll im Frühjahr 2021 erfolgen

Der Neubau der städtischen Klinik kann nun doch pünktlich beginnen. Wie die städtische Betreibergesellschaft München Klinik mitteilt, regelt eine Nachbarschaftsvereinbarung mit dem Krankenhaus für Naturheilweisen (KfN) dessen Erreichbarkeit während der knapp fünfjährigen Bauphase sowie die spätere Erschließung einvernehmlich. Im vergangenen Herbst drohte eine Klage des KfN das Projekt zu verzögern, da die Zufahrt zu der im Süden des Geländes ansässigen Einrichtung mitten durch das Baufeld verläuft. Alternativen für diesen Weg sowie der Lärmschutz wurden aus Sicht der KfN-Leitung nur unzureichend geplant. Die Mehrkosten für die inzwischen vereinbarten Nachbesserungen dürften schätzungsweise rund eine Million Euro betragen.

Der technisch wichtigste Schritt zur Bauvorbereitung erfolgte im vergangenen Spätherbst mit dem Umzug der Kinderklinik, deren westlich des Haupttraktes gelegenes Gebäude dem Neubau weicht. Intensiv- und Normalstation sowie das Notfallzentrum der Kinderklinik sind inzwischen in einem modernisierten Bereich des Hauptbaus untergebracht. Zunächst wird nun die leere Kinderklinik umzäunt, anschließend werden die neuen Wege angelegt und ausgeschildert. Anschließend folgen der Abriss sowie die umfangreiche Neuverlegung unterirdischer Leitungen, letztere dürfte sich mehrere Monate hinziehen. Nach Bodensondierungen wird anschließend die Baugrube ausgehoben.

Der Spatenstich für den Neubau ist also erst im Frühjahr 2021 geplant. Einen vor dem Hintergrund der drohenden Klage zunächst als voreilig kritisierten Schritt hat der Bauherr im Herbst mit der Fällung von rund 60 Bäumen getan. Mehr als 80 weitere Bäume müssen dem Neubau noch weichen. Allerdings soll der Campus insgesamt seinen parkartigen Charakter behalten, da der jetzige, zentral gelegene Haupttrakt nach der für Ende 2024 geplanten Eröffnung des Neubaus abgebrochen wird.

Vor allem im Norden des Geländes zeichnet sich aber eine Verdichtung durch neue Nutzungen ab: Der städtische Bildungsausschuss berät an diesem Mittwoch über Raumprogramm und Planungsauftrag für eine dreizügige Grundschule. Längerfristig ist außerdem ein geriatrisches Rehazentrum anvisiert. Mit dem Hubschrauberstandort dient Harlaching auch künftig der regionalen Notfallversorgung. Um diese auf lokaler Ebene abzurunden, regen Stadtrat und Bezirksausschuss (BA 18) eine Rettungswache auf dem Klinikgelände an, wofür sich München Klinik offen zeigt.

Mit dem Vorschlag einer Feuerwache reicht der BA unterdessen einen weiteren Nutzungsvorschlag nach. Harlaching sei von den vorhandenen Wachen in Obersendling und Ramersdorf aus nicht innerhalb der vorgeschriebenen zehn Minuten erreichbar, heißt es von Seiten der Lokalpolitiker zur Begründung.

© SZ vom 05.02.2020

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