Häufige Probleme im Gefahren-Atlas Zu voll, zu schmal, zu holprig

Enge Unterführungen, fehlende Radwege, kurze Grünphasen für Fußgänger: Die Probleme, die die Nutzer in den Gefahren-Atlas der SZ eingetragen haben, sind vielfältig - und immer wieder die gleichen. Eine Übersicht mit Beispielen.

Von Christoph Meyer und Thierry Backes

Fehlende Radwege: Wenn es entlang viel befahrener Straßen keinen Radweg gibt, fühlen Radfahrer sich generell unsicher. Das gilt etwa für die Theresienstraße in der Maxvorstadt, die gerade im Berufsverkehr von vielen Autofahrern genutzt wird. Doch hier sind auch viele Studenten mit ihrem Rad unterwegs, und die haben "ständig das Gefühl, übersehen zu werden", wie ein Nutzer notiert. Er fordert, dass eine Kfz-Spur "für Fahrradwege in beide Richtungen" geopfert wird. Ähnlich unsicher fühlen sich Radfahrer in der Gabelsbergerstraße, der Elisenstraße oder der Inneren Wiener Straße, in der Radfahrer zwischen parkenden Autos und Trambahngleisen navigieren müssen.

Schmale Radwege: Im nördlichen Teil der Ismaninger Straße gibt es zwar einen Radweg, doch der ist vielen Radfahrern zu schmal. Außerdem, findet ein Leser, fehle es hier an einem "Sicherheitsabstand zu parkenden Pkws". Das gilt auch für die Humboldtstraße an der Grenze zwischen der Au und Untergiesing. "Einer der schlimmsten Radwege, die ich innerhalb Münchens kenne", schreibt ein Nutzer: "Zu schmal, im Öffnungsbereich von Autotüren, dazu ständig Lieferverkehr und Fußgänger, die zwischen parkenden Autos hervortreten." Richtig eng kann es auch entlang der Nymphenburger Straße werden, vor allem dann, wenn in der Rushhour viele Radler gleichzeitig unterwegs sind. Einer fordert: "Die Nymphenburger Straße ist breit genug, den Radlweg auf die Straße zu verlegen."

Im täglichen Nahkampf

5500 Einträge, 60 000 Stimmen: Der Gefahren-Atlas der SZ zeigt, wo sich Radfahrer und Fußgänger in München unsicher fühlen. Wir haben die 20 größten Problemstellen identifiziert - und gefragt, wie Stadt, Polizei und ADFC sie entschärfen wollen. Von Thierry Backes und Florian Fuchs mehr ... Analyse

Radwege in schlechtem Zustand: Viele Radwege in der Stadt sind nicht nur schmal, sondern nach Ansicht von Radfahrern auch in einem schlechten Zustand. Als "Zumutung" wird der Weg entlang der Dachauer Straße empfunden. Ähnliche Einträge finden sich auch an der Wilhelm-Hale-Straße zwischen dem S-Bahnhof am Hirschgarten und dem Steubenplatz sowie in der Thalkirchner Straße.

Radwege, die verschwinden: Eine große Gefahr sehen viele Radler in Radwegen, die in eine viel befahrene Straße münden oder im Nichts enden. Oft genannt wird etwa der Radweg in der Rosenheimer Straße, der stadteinwärts an der Orleansstraße an einer Laterne endet, wie ein Nutzer süffisant schreibt. "Brandgefährlich" finden viele, wie der Radweg von der Kurfürstenstraße in die Belgrader Straße übergeht. Die Radfurt Richtung Norden führe "ins Verderben", schreibt ein Nutzer. Ärgerlich findet ein anderer einen Radweg am Ostufer des Isarkanals. Er schreibt: "Schöner Radweg, endet am Föhringer Ring (allerdings) im Gebüsch."

Wer die Tegernseer Straße am Sechzger Stadion Richtung Giesinger Berg überqueren möchte, muss mehrmals die Spur wechseln. Einen Radweg gibt es nicht.

(Foto: Florian Peljak)

Brücken und Unterführungen: Mehr als hundert Nutzer empfinden die Unterführung unter der S-Bahnstrecke an der Obergiesinger Werinherstraße als Gefahr: Hier werden die Radfahrer kurz vorher auf die Straße gelenkt. Ähnlich sieht es auch an der Chiemgaustraße aus. Allgemein gilt: Dort, wo Straßen und Schienen sich begegnen, wird es für Radfahrer meist eng. Brücken und Unterführungen sind in ihren Augen typische Gefahrenstellen. Gleich eine ganze Reihe von Einträgen finden sich an der Eisenbahnbrücke zwischen Tegernseer Landstraße und Regerstraße. Die sei "viel zu schmal", moniert einer von ihnen: "Fahrradfahrer werden von Autos geschnitten, man kann nur auf den Fußweg ausweichen."

Bordsteinkanten: Platte Reifen und kaputte Felgen gibt es, wenn ein Radweg Seitenstraßen kreuzt. Eine mehrere Zentimeter hohe Bordsteinkante hat ein Nutzer zum Beispiel an der Ecke Prinzregentenstraße/Steinhauser Straße ausgemacht: "Habe mir hier schon zweimal einen Platten gefahren."