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Geschichte:Aufschlussreich

Portrait de Paul Gerhardt 1607 1667 poete allemand Gravure AUFNAHMEDATUM GESCHÄTZT PUBLICATION

Wer war eigentlich Paul Gerhardt? Ein Zusatzschild könnte es erklären: ein Kirchenlieddichter.

(Foto: Imago)

Schilder sollen die Geschichte hinter Straßennamen erläutern

Wer war Carl Remigius Fresenius, nach dem die Freseniusstraße in Obermenzing benannt ist? Wahrscheinlich weiß nicht einmal die Mehrheit der Menschen, die in dieser Straße wohnen, dass es einmal einen Chemiker mit diesem Namen gegeben hat. Der Hesse lebte von 1818 bis 1897 und war nicht nur Begründer des Chemischen Labors Wiesbaden (heute SGS Institut Fresenius), sondern auch Landtagsmitglied. Paul Marsop (1856-1925) wiederum, Namensgeber der Marsopstraße in Pasing, war Gründervater von etwa zwei Dutzend Musikbibliotheken in Deutschland, unter anderem der städtischen Münchner Musikbibliothek. Auch ihn dürften nur einige wenige kennen. Dabei können Straßennamen Geschichten erzählen und das Bewusstsein für Geschichte schärfen. Der Bezirksausschuss (BA) Pasing-Obermenzing möchte dabei Hilfestellung leisten und erklärende Schilder zu bestimmten Straßen anbringen lassen, vorzugsweise in einem geschlossenen Karree. In Frage kommen laut BA beispielsweise das Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee - der Mann war übrigens evangelischer Theologe und Kirchenlieddichter. Ebenso aber könnte die Beschilderung auch nach einem sachlichen Zusammenhang erfolgen, etwa bei Straßen, die an frühere Baueranwesen in Pasing und Obermenzing erinnern, wie die Perlschneiderstraße oder der Betzenweg.

Dem Stadtteilgremium ist wichtig, dass die Schilder beidseitig angebracht werden, so dass der Text von der Straße und vom Gehweg aus gelesen werden kann, zudem soll der Erläuterungstext über die bloße Nennung von Geburts- und Todesdatum hinaus gehen. Zunächst will man bei der Stadt ermitteln, was ein Schild kostet, wer die Aufträge dazu erteilt und wer dafür aufkommen muss. Davon will der BA abhängig machen, wie viele Vorschläge er unterbreitet. Notfalls, so das Gremium, würde man die Schilder auch aus dem Bürgerbudget finanzieren.

© SZ vom 14.02.2019 / czg
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