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Gefährliche Droge "Badesalz":Unberechenbare Wirkung

Vor kurzem gab es etwa den Fall eines 15-Jährigen, der nach dem Konsum von "Badesalz" extreme Aggressionsschübe hatte, im Zug andere Passagiere angriff und schließlich mit einer Psychose in der Klinik landete. Und dort wird er erst einmal bleiben müssen. Ein anderer Teenager schluckte zum ersten Mal in seinem Leben die Designerdroge und sofort versagten seine Nieren. Von dem einen Vorfall trägt er irreparable Nierenschäden davon, wird später vermutlich Dialyse-Patient werden, erzählt Kreuzer vom LKA.

"In Foren im Internet tauschen sich die Kunden über die verschiedenen Rauschmittel aus, doch da sich die Zusammensetzungen ständig ändern, weiß man beim nächsten Mal nie, was man kauft", sagt Kreuzer. Manchmal werden diese neuen synthetischen Drogen auch unter dem Decknamen "Kunstdünger" oder "Raumlufterfrischer" verkauft. Ihr Inhaltsstoff ist Mephedron oder eine chemische Abwandlung davon.

Zu bekommen sind die neuen Drogen recht leicht. Oft sind sie nicht einmal illegal, weil sie eine derart neuartige Zusammensetzung beinhalten, dass sie nicht unter das Betäubungsmittelrecht fallen und deshalb gesetzlich nicht verboten worden sind. Meist dauert es ein Jahr bis die neuen Substanzen auf dem Index landen. Doch wenn das passiert, haben sich die Drogenköche schon längst ein neues Rezept überlegt, das noch nicht verboten ist.

Das Problem an "Badesalz" liegt für Kreuzer auch an der Verharmlosung. "Die jungen Leute sehen es als Partydroge, sie wollen Spaß haben", sagt er. Dass es so schnell so fatal enden kann, damit rechnen sie nicht. "Die neuen Designerdrogen übertreffen herkömmliche Drogen in ihren Nebenwirkungen um ein Vielfaches." Im Durchschnitt sind die "Badesalz"-Konsumenten Anfang bis Mitte 20.

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