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G-7-Protest in München:Massenhaft Menschen

In der gesamten Innenstadt stehen schon Halteverbotsschilder für die Zeit des G7-Gipfels.

(Foto: Catherina Hess)
  • Am 4. Juni sollen Tausende Münchner auf die Straße gehen und gehen den G-7-Gipfel demonstrieren.
  • Die Veranstalter wollen mindestens 19 000 Menschen mobilisieren - so viele protestierten am 18. April in München gegen das Freihandelsabkommen TTIP.
  • Die Aktivisten wollen mit Flugblättern und Werbung in U-Bahnen auf die Veranstaltung aufmerksam machen.

Mit einer groß angelegten Informationskampagne wollen die Veranstalter der Demonstration gegen den G-7-Gipfel am 4. Juni in München Tausende Menschen mobilisieren. "19 000 Teilnehmer ist eine Messlatte", sagt Christoph Bautz, Vorsitzender der Bürgerbewegung Campact, die dem Trägerkreis der Demonstration angehört. 19 000 - so viele protestierten am 18. April in München gegen das Freihandelsabkommen TTIP. Das Bündnis der G-7-Demonstration will vor der Kundgebung an mehreren Hundert Orten Flugblätter verteilen, auch in U-Bahnen wollen die Veranstalter für die Demonstration werben. "Wir wollen die breite Bevölkerung auf die Straße bringen", sagt Bautz.

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Deshalb erteilen die Veranstalter auch jeglicher Gewalt auf der Demonstration eine Absage. "Wir finden Gewalt grundsätzlich falsch und die Demo ist erst recht der falsche Ort", so Bautz. Uwe Hiksch von den Naturfreunden Deutschlands erhofft sich ein "Fest der Demokratie für eine gerechte Weltwirtschaftsordnung: eine kraftvolle, lebendige, friedliche Demonstration für jung und alt". Es sei dort kein Platz "für Scharmützel mit der Polizei".

Proteste manifestieren sich im Internet

Bautz ist sich sicher, dass viele Tausend Menschen dem Aufruf folgen werden. Bisher habe sich der Protest gegen TTIP und Ceta vor allem im Internet manifestiert. Allein auf der Campact-Homepage hätten 600 000 Menschen gegen die Freihandelsabkommen unterschrieben, so Bautz. Aber nicht nur gegen TTIP und Co. wollen die Demonstranten auf die Straße gehen. Auch der Klimawandel und die Armutsbekämpfung stehen auf der Agenda der Aktivisten. "Es kann nicht angehen, dass unter dem Deckmantel der Hungerbekämpfung afrikanische Regierungen dazu gezwungen werden, gegen ihre eigenen Bauern vorzugehen", sagt Gertraud Gafus, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Bautz rechnet damit, dass sich am 4. Juni auch viele Landwirte aus der Region München an der Demonstration in München beteiligen werden. So wollen zahlreiche Bauern mit Traktoren in die Landeshauptstadt fahren und ihren Unmut mit vielen PS demonstrieren.

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Die Demonstration in München beginnt wegen des Fronleichnamsumzugs am Vormittag erst um 14 Uhr am Stachus und endet um 17 Uhr mit einer Abschlusskundgebung auf dem Odeonsplatz. Dort werden der ehemalige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, Jean Ziegler, sowie die indische Wirtschaftswissenschaftlerin Jayati Ghosh sprechen. Der am 3. und 4. Juni stattfindende "Internationale Gipfel der Alternativen" hatte wegen der Demonstration in München auf seine geplante Abschlussveranstaltung mit Ziegler verzichtet.

Drei Aktionsbündnisse planen Veranstaltungen rund um den G-7-Gipfel in Elmau. Neben der Demonstration in München und dem Alternativgipfel wird es vom 3. bis 8. Juni eine Aktionswoche in Garmisch-Partenkirchen geben, zu dem das Aktionsbündnis "Stop G7 Elmau" aufruft. Zum Schutz des Gipfels in Elmau werden womöglich mehr als 20 000 Polizisten eingesetzt. Die Polizei befürchtet um den Tagungsort Ausschreitungen und Blockaden der G-7-Gegner.