Ankerzentrum Asylbewerber wehren sich gegen Verlegung - zwei Polizisten verletzt

Die ehemalige Funkkaserne am Frankfurter Ring wurde zum Ankerzentrum für Flüchtlinge umfunktioniert.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Eine Familie sollte aus der Funkkaserne in eine andere Unterkunft gebracht werden. In dem Ankerzentrum hat es bereits mehrmals Proteste gegeben.

Etliche Streifen der Münchner Polizei sind am Montagvormittag erneut zu einem Einsatz in der ehemaligen Funkkaserne am Frankfurter Ring ausgerückt, in der derzeit Flüchtlinge leben. Laut der zuständigen Regierung von Oberbayern sollte eine dreiköpfige Familie aus dem sogenannten "Ankerzentrum" in eine ähnliche Massenunterkunft in Manching bei Ingolstadt verlegt werden.

Die Frau und der Mann wollten jedoch nicht dorthin; sie setzten sich auch gegen die herbeigerufenen Polizisten zur Wehr. Laut Polizei verletzten sie dabei zwei Beamte im Gesicht. Die beiden Bewohner wurden festgenommen und vorübergehend auch von ihrem Kind getrennt. Laut Polizei war der Einsatz gegen zwölf Uhr beendet.

Wie Helfer der Inneren Mission berichten, ist die Stimmung in der Unterkunft generell angespannt. Nach Informationen der SZ war es dort bereits der dritte große Polizeieinsatz in diesem Jahr. In der früheren Kaserne leben derzeit 230 Menschen, unter ihnen mehr als 80 Kinder.

Die Regierung von Oberbayern bestätigte, dass es mehrmals Proteste gegeben habe und die Polizei deshalb anrückte. Die Menschen in der Einrichtung dürfen nicht arbeiten und leben in ständiger Angst vor Abschiebung. Besonders für die Kinder sei die lange Verweildauer in der früheren Kaserne ohne Privatsphäre und Fördermöglichkeiten schädlich, kritisieren Wissenschaftler und Sozialexperten.

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