Puchheim:Stadt wird fahrradfreundliche Kommune

Puchheim: Puchheim ist nicht nur fahrradfreundliche Kommune, es beteiligt sich auch jedes Jahr am Stadtradeln. Bürgermeister Norbert Seidl begrüßt die Radler am Grünen Markt. Foto:Günther Reger

Puchheim ist nicht nur fahrradfreundliche Kommune, es beteiligt sich auch jedes Jahr am Stadtradeln. Bürgermeister Norbert Seidl begrüßt die Radler am Grünen Markt. Foto:Günther Reger

(Foto: Günther Reger)

Vieles funktioniert schon gut für Radler in Puchheim. Doch trotz der Auszeichnung kann die Stadt noch einiges verbessern

Von Karl-Wilhelm Götte, Puchheim

Von Puchheim weiß man, dass dort relativ viel Fahrrad gefahren wird. Bekannt ist auch, dass Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) leidenschaftlicher Radler ist. Deshalb ist das Streben der Stadt, in den Kreis der fahrradfreundlichen Kommunen Bayerns aufgenommen zu werden, sehr verständlich. Das ist nun auch gelungen, nachdem eine Kommission am Donnerstag mit einer ausgiebigen Fahrradexkursion am Nachmittag die sogenannte "Hauptbereisung" Puchheims vorgenommen hat. Es fehlt jedoch noch einiges, um eine perfekte Fahrradstadt zu werden. Vor allem mangelt es noch an Rot auf den Straßen.

Rote Streifen, die einen Fahrradweg eindeutig markieren, sind in Puchheim kaum vorhanden. Deshalb vergibt Sarah Guttenberger, die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK Bayern), nicht die Idealnote an Puchheim. "Ich würde eine Zwei minus geben", sagt sie nach kurzer Bedenkzeit.

Guttenberger ist extra aus Nürnberg angereist, um mit Martin Singer vom bayerischen Verkehrsministerium und Robert Burschik, Vorstandsmitglied des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs München (ADFC), die Situation für Fahrradfahrerinnen und -fahrer in Puchheim einzuschätzen. Mitglieder der Bewertungskommission waren die Landtagsabgeordneten Benjamin Miskowitsch (CSU) und Hans Friedl (Freie Wähler). Friedl war es auch, der schließlich mitteilte, dass Puchheim nun zu den 27 Kommunen in Bayern gehört, die unter dem Status einer fahrradfreundlichen Kommune firmieren können. Eine Urkunde gab es noch nicht, die wird bei einer Feier im kommenden Januar im bayerischen Verkehrsministerium verliehen.

Die nächste Prüfung steht für Puchheim erst wieder in sieben Jahren an. "Wir werden weiter an dem Thema arbeiten", versprach der zweite Bürgermeister Manfred Sengl (Grüne) beim Abschlussgespräch. In sieben Jahren möchte man weitere deutliche Fortschritte präsentieren; zum Beispiel am Verkehrskreisel der Lochhauser Straße/Ecke Nordendstraße. "Dort ist eine bessere Einleitung für die Radfahrer notwendig", kritisierte Guttenberger. Piktogramme und rot eingefärbte Markierungen auf der Fahrbahn würden dies erleichtern. Auch Bordsteinabsenkungen wären nötig.

Guttenberger lobte unter anderem die Durchlässig für Radfahrer in Sackgassen, die Schulwegpläne mit Elterntaxihaltestellen, den Lastenradverleih und die Abstellflächen für Radler. Gut gefallen hat der AGFK-Bayern-Geschäftsführerin auch der Grundsatzbeschluss des Stadtrates, den Anteil des Fahrradverkehrs in Puchheim von 15 auf 22 Prozent zu steigern. Dazu passt das Geschenk für die Stadt - ein Messgerät für eine Dauerzählstelle für Fahrradfahrer an einem besonders frequentierten Ort. 5500 Euro stellt das Verkehrsministerium dafür zur Verfügung. Legt Puchheim noch etwas drauf, könnte man täglich am Messgerät die Anzahl der Fahrradfahrer ablesen. "In Garching funktioniert das sehr gut", sagte Burschik vom ADFC. Dort habe sich gezeigt, dass die Radler sehr wetterfest sind. So würden selbst an Regentagen 800 Radler gemessen. Regnet es nicht, sind es 1300.

© SZ vom 25.09.2021
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