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Olching/Fürstenfeldbruck:Die Stadt drückt bei Luftfiltern aufs Tempo

Forschungsprojekt Luftfilter Klassenzimmer Grundschule Parksiedlung, Oberschleißheim. Klasse 4c mit Lehrerin Lena Negele.

Stehen bald in allen Klassenzimmern solche Geräte?

(Foto: Florian Peljak)

70 Klassenzimmer sollen mit Anlagen ausgestattet werden, um den Unterricht in Pandemiezeiten sicherer zu machen. Auch der Landkreis bereitet sich vor

Von Heike A. Batzer, Fürstenfeldbruck/Olching

70 Klassenräume könnten an den Olchinger Schulen demnächst mit dezentralen raumlufttechnischen Anlagen nachgerüstet werden. Die entsprechenden Förderanträge sind bereits gestellt, die zuständige Bundesstelle stellte die Förderzusage für Anfang dieser Woche in Aussicht. Nicht notwendig ist eine Nachrüstung an der Mittelschule und im Neubau der Schule Graßlfing, dort wurden bereits zentrale RLT-Anlagen eingebaut. Mittels andauernden Luftwechsels bieten RLT-Anlagen eine deutliche Verbesserung der Luftqualität. Dies gelte auch für Zeiten nach der Pandemie, betont die Stadt in einer Pressemitteilung.

Die Stadt will zudem das Förderprogramm des Freistaats Bayern für mobile Luftreiniger prüfen lassen. Eine Förderzusage allein ist freilich noch nicht gleichbedeutend mit einer zügigen Anschaffung. Zum einen gelten für die Geräte aufwendige Ausschreibungsverfahren, zum anderen würden sich bereits Lieferengpässe andeuten, heißt es aus Olching. Die Kommunen freilich geraten unter Handlungsdruck, denn schon in zwei Monaten beginnt ein neues Schuljahr.

Auch im Landratsamt Fürstenfeldbruck werden bereits Ausschreibungen für die Anschaffung von mobilen Luftfilteranlagen für die weiterführenden Schulen vorbereitet. Das berichtete Landrat Thomas Karmasin (CSU) am Donnerstag im Kreistag, der zum ersten Mal in der Turnhalle des Brucker Schulzentrums am Tulpenfeld zusammenkam. Man würde nicht bloß abwarten, betonte Karmasin. Ob die technischen Geräte tatsächlich gekauft werden, will der Landkreis indes davon abhängig machen, ob das bayerische Landesamt für Lebensmittelsicherheit (LGL) sie für nutzbringend hält. Eine entsprechende Stellungnahme steht noch aus. Der Ferienausschuss des Kreistags, der sich im August trifft, soll dann über eine mögliche Anschaffung befinden. Der Landkreis ist für insgesamt 18 Schulen zuständig.

In der Kreistagssitzung wiederholte Karmasin, was er zehn Tage zuvor schon im Kreisausschuss gesagt hatte. Dass nämlich die Luftreinigungsgeräte "möglicherweise sinnvoll" seien, aber nicht das leisten würden, "was sich die Eltern davon erhoffen: keine Quarantäne, kein Lüften, keine Abstände". Auch bei den Städten und Gemeinden herrscht Uneinigkeit, sie gehen bei dem Thema unterschiedlich vor. UBV-Kreisrat Jakob Drexler wies nun darauf hin, dass das Max-Planck-Institut in Mainz einen kostengünstigen Vorschlag in Sachen Luftfilter vorgelegt habe. In der Dokumentation über diese Abluftanlage für Klassenräume heißt es: Diese "nimmt die ausgeatmete Luft, die möglicherweise auch Viren oder Bakterien enthält, gezielt mit Hilfe von Abzugshauben aus der direkten Umgebung von Personen auf, die an Tischen sitzen. Die Abluft gelangt über Verbindungsrohre in ein Zentralrohr und wird mit Hilfe eines Ventilators durch ein gekipptes Fenster nach draußen geführt". Karmasin will sich auch dieses Prinzip näher ansehen. Grünen-Kreisrätin Christina Claus machte sich ebenfalls dafür stark: Diese Technik sei "so effektiv wie dreimal Stoßlüften in der Stunde und kostet nur einen Bruchteil."

© SZ vom 19.07.2021
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