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Hobby:In der Spur

Eichenau: Modellbauer ANDREAS STECHER

Ein wunderbares Freizeitvergnügen stellt für den Eichenauer Andreas Stecher seine Autorennbahn dar.

(Foto: Johannes Simon)

Die Germeringer Rennbahnbörse ist für Sammler ein Glücksfall

Carrera und Märklin waren nicht nur die mit bekanntesten Marken der Kindheit, sie standen zugleich für den ersten ideologischen Gegensatz in einem noch jungen Leben. Denn Buben waren entweder Anhänger und stolzer Besitzer einer Modelleisenbahn - oder einer Autorennbahn. Andreas Stecher spielte in der Miniaturwelt von Zügen und Bahnhöfen, obgleich er diese "immer etwas langweilig" fand. Doch zur Rennbahn reichte es nicht. Diese Sehnsucht konnte sich der Eichenauer erst Jahrzehnte später erfüllen, als sein Sohn ins entsprechende Alter kam, kaufte er ihm sogleich eine Strecke für Miniatur-Boliden. Während der Filius den Spaß bald wieder verlor, blieb dieser dem Vater erhalten. Die Autorennbahn wurde für den Hausarzt nicht nur das Hobby, seit fast 20 Jahren organisiert er für Gleichgesinnte Börsen, wie an diesem Sonntag wieder in Germerings Stadthalle.

Auf die Notwendigkeit dieses Angebots kam Stecher aus einer misslichen Lage heraus: "Ging mal der Motor kaputt oder brach eine Felge, dann waren Ersatzteile kaum zu bekommen." Nach einem Vorbild in Stuttgart initiierte er eine Tausch- und Kaufgelegenheit in München, lange Zeit in Garching, nun zum zweiten Mal in Germering, dem neuen Standwort der "südbayerischen Rennbahnbörse". Bei der Organisation hilft dem 66-Jährigen der Germeringer Richard Schlag, gleichfalls Liebhaber dieses Spielzeugs. Beide haben sich auf die englische Marke Scalextric spezialisiert und nicht etwa auf die hierzulande bekanntere Firma Carrera, die ja als Synonym für Autorennbahn verwendet wird.

Doch deren Anlagen haben einen großen Nachteil: "Im Laufe der Zeit hat Carrera immer wieder das Betriebssystem verändert und keines ist miteinander kompatibel", erklärt Stecher. Ganz anders der englische Hersteller, dem der Mediziner treu geblieben ist. Er hat in seinem Keller eine raumgreifende Bahn aufgebaut und zudem gut 350 Autos gesammelt. Genug Material also, um sich regelmäßig mit Freunden zu treffen, "um fachzusimpeln oder Rennen gegeneinander zu fahren". In größerer Runde wird dies auch am Sonntag in der Stadthalle geschehen. Der Organisator erwartet wieder 250 bis 350 Besucher. 80 Verkaufstische werden aufgebaut. Aussteller wie Publikum gehörten natürlich eher den älteren Generationen an, doch das Interesse an diesem Hobby sei in den vergangenen zwei Jahrzehnten fast gleich geblieben, sagt Stecher. Das dürfte den Unterschied zu anderen Sammlerleidenschaften machen, sind doch Briefmarken oder Münzen längst nicht mehr so begehrt wie die kleinen Flitzer.

Rennbahnbörse, Sonntag, 5. November, Stadthalle Germering, 10 bis 14 Uhr.