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Handwerk:Volkwein wirbt für mehr Ausbildungsplätze

Bericht bei den Schreinern: Franz Höfelsauer (rechts) und der Innungsvorstand (von links) Hans Aumüller, Elmar Wagner, Harald Volkwein, Andreas Obermaier und Toni Huber.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Künftig sollen Handwerksberufe an Schulen besser vorgestellt werden. Das kündigt der Kreishandwerksmeister bei der Innungsversammlung der Schreiner an

Von Manfred Amann

Auf der Innungsversammlung in Landsberied rief Kreishandwerksmeister und Innungs-Obermeister Harald Volkwein dazu auf, mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen. Im Gegensatz zu den Metzgern und Bäckern bestehe bei den Schreinern und bei den Friseuren kein Mangel an Auszubildenden, so Volkwein. Zurzeit absolvieren viele Jugendliche das Berufsgrundschuljahr. "Die brauchen nächstes Jahr alle einen Ausbildungsplatz", warb der Kreischef.

Im Gespräch mit der SZ äußerte Volkwein auch Bedauern, dass viele Berufsbilder den Jugendlichen nicht bekannt seien. Daher strebe die Kreishandwerkerschaft an, in den Abgangsklassen der Schulen über die Bandbreite der Beschäftigung sowie über Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten in den verschiedenen Berufen aufklären zu können. Es gebe etwa 500 verschiedene Ausbildungsberufe, Informationen darüber könnten bei Jugendlichen Interesse wecken. Mit dem Schulamt und Ausbildungsverantwortlichen werde man über die Möglichkeiten zur Information an den Schulen sprechen. Dabei gehe es auch darum, klar zu machen, dass die Meister bei der Auswahl ihrer Lehrlinge großen Wert auf soziale Kompetenz und Integrationsbereitschaft legen. Dies gelte für deutsche Azubis ebenso wie für ausländische. Schulische Ausbildung sollte darauf hinarbeiten, so Volkwein. Überdies werde sich der Arbeitskreis Schule und Wirtschaft mit der Thematik befassen.

Die Innung zählt wie im Vorjahr 44 Mitglieder. Zwei Betriebe haben laut dem Obermeister im vergangenen Jahr aus Altersgründen aufgegeben und zwei sind neu hinzugekommen: Ein junger Schreinermeister aus dem Landkreis und einer aus München. Besonders freute sich Volkwein, dass mit Eugen Drexler aus Mammendorf und Florian Ulmer aus Biburg zwei Ehrenmitglieder zur Herbstversammlung gekommen waren.

Die Schreinerinnung im Landkreis Fürstenfeldbruck lehnt die Aufnahme von Handwerksbetrieben ohne Meisterbrief grundsätzlich ab. Betriebe, die nicht von Meistern geführt werden, sollen von der Innung nicht vertreten werden, denn "der Meistertitel gehört zur Innung". Würde man Unternehmen ohne Meistertitel aufnehmen, würde man den Titel und auch die Innung selbst in Frage stellen, so die Ansicht der Mitglieder.

Wie der Kreishandwerksmeister berichtete, findet mit den Nachbar-Innungen Dachau und München ein reger Austausch statt. Die internen Veranstaltungen, wie das Sommerfest und die Freisprechung sowie die Kontaktpflege mit der Handwerkskammer, dem Landratsamt und der Berufsschule seien zeitraubend aber im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit bedeutsam, denn "die überörtliche Vernetzung ist heutzutage wichtiger denn je", sagte Volkwein.

Der Ehren-Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer berichtete über Entwicklungen in den vier anderen Innungen, sowie in der Kreishandwerkerschaft und bedankte sich bei den Schreinern für ihre Teilnahme am Berufsinfomarkt und der Vocatium-Messe. Nachdem die Geschäftsführerin seit längerem krank sei, wäre die Verwaltungsarbeit ohne Höfelsauers Unterstützung nicht zu schaffen, lobte Volkwein und wünschte Jutta Sellin baldige Genesung. Im Ausblick wies Volkwein auf die vierte regionale Interiors-Messe für Ambiente, Lifestyle und Innovationen von 21. bis 31. März 2019 hin, die von der Kreishandwerkerschaft, der Schreinerinnung, dem Gewerbeverband und Pfifficum, der Marketingagentur von Markus Droth aus Bruck für Konzipierung, Organisation und Durchführung von Regionalmessen, Fachkongressen und Fachvorträgen, in Kooperation im Veranstaltungsforum Fürstenfeld konzipiert und veranstaltet wird.

© SZ vom 22.11.2018
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