Fürstenfeldbruck:Bestnoten für die Stollen

Fürstenfeldbruck: Gruppenbild mit Stollenprüfer Manfred Stiefel im weißen Kittel (hinten von links): Max Hünsche, Martin Reicherzer, Werner Nau und Franz Höfelsauer.

Gruppenbild mit Stollenprüfer Manfred Stiefel im weißen Kittel (hinten von links): Max Hünsche, Martin Reicherzer, Werner Nau und Franz Höfelsauer.

(Foto: Manfred Amann/oh)

Zur jährlichen Prüfung reichen Bäckereien aus dem Landkreis 35 weihnachtliche Produkte ein. Zwei Drittel werden mit einer glatten Eins bewertet.

Von Manfred Amann, Fürstenfeldbruck

Auch in dieser Weihnachtszeit bieten die Innungsbäckereien im Landkreis wieder Saisongebäck in bester Qualität an. Beleg dafür ist die Stollenprüfung, bei der diesmal von 35 beurteilten Produkten zwei Drittel mit dem Qualitätssiegel "sehr gut" und die übrigen mit "gut" bewertet wurden. Die Prüfung nahm der unabhängige Qualitätsprüfer des Deutschen Brotinstituts, Manfred Stiefel, 61, bereits zum 17. Mal vor. "Das positive Abschneiden zeugt von großer Handwerkskunst und lässt erkennen, dass die Bäcker nicht nur Zutaten von höchster Qualität verwenden, sondern ihre Produkte auch mit viel Liebe herstellen", lobte Stiefel, der in ganz Bayern unterwegs ist und heuer schon um die 900 Stollen geprüft hat. Das Brucker Ergebnis liege im Vergleich zu anderen Prüfungen im obersten Bereich. Auch wenn der Preis der Handwerksware gegenüber Supermarkt-Produkten höher liege: der bessere Geschmack und die Gewissheit, beste Qualität zu bekommen, rechtfertige die Differenz. "Es ist wieder ein Superergebnis, das belegt, dass die Bäckereien trotz aller Widrigkeiten wie Fachkräftemangel und Kostensteigerungen nicht an Qualität sparen und so in der Region wie von alters her die Versorgung mit traditionellem Weihnachtsgebäck sicherstellen", lobte Kreishandwerksmeister Franz Höfelsauer bei der Übergabe der Urkunden in der Stadtsparkasse Fürstenfeldbruck.

Die Teilnahme an der Prüfung ist freiwillig, vertreten waren die Bäckermeister Martin Reicherzer und Max Wimmer (Fürstenfeldbruck), Werner Nau (Grunertshofen), Max Hünsche (Puchheim), Xaver Rackl (Olching) und Ulrich Drexler (Jesenwang). Sie hatten 25 Butter-, Nuss-, Mandel-, Marzipan-, Mohn-, Makadamia- und Kaffeestollen sowie Plätzchen, ein Früchtebrot und Lebkuchen eingereicht. Die Produkte prüfte Stiefel zunächst nach dem Aussehen, denn "auch das Auge isst mit". Dann ging es um den Geruch, der Aufschluss gibt über die Güte der verwendeten Zutaten. "Schon da kann ich mit Sicherheit sagen, ob das Produkt von hoher oder von weniger guter Qualität ist", erklärte er. Anschließend prüfte er die Beschaffenheit der Überzuckerung, der Glasur sowie die Kruste selbst, um dann schließlich den Geschmack zu testen. "Man soll jede einzelne Zutat schmecken können, aber keine darf dominieren", verrät der Prüfer. Manchmal übertönten Orangeat oder Zitronat den Geschmack, was zu Lasten des Gesamteindruckes gehe. Außerdem dürfe die Krume nicht zu trocken, sondern sollte saftig und vielleicht ein wenig fruchtig sein. Nach Worten von Innungsobermeister Werner Nau nehmen die Bäcker das Prüfangebot immer wieder in Anspruch, um sich zu vergewissern, dass die Qualität ihrer Produkte nicht unter der "Routine" leidet. "Wenn wir trotz des billigeren Massenangebotes in den Supermärkten vom Weihnachtsgeschäft profitieren wollen, können wir uns eine qualitative Minderung unserer Erzeugnisse nicht leisten". Außerdem sei es interessant zu sehen, was die anderen Bäckereien so anböten, und man könne sich Anregungen holen. Sollte ein Produkt mal nicht gut bewertet werden, nennt Stiefel die Gründe und erklärt, wie man den Mangel abstellen kann.

"Erfreulich" findet es Nau, dass die Verbraucher wieder zum traditionellen Weihnachtsgebäck zurückkehrten. Versuche mancher Großbäckereien, zum Beispiel mit Schwarzwälder-Kirsch- oder Eierlikör-Stollen Verbraucher anzulocken, seien nicht von Erfolg gekrönt gewesen. "Zum Glück für die kleinen Betreibe wie die unseren, denn mit dem uns ohnehin hemmenden Personalmangel könnten wir bei der Ausweitung der Vielfalt nicht mithalten."

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