Klimastreik:Demonstranten fordern mehr Klimaschutz

Lesezeit: 1 min

Klimastreik: Teilnehmer der Klimademo in Fürstenfeldbruck.

Teilnehmer der Klimademo in Fürstenfeldbruck.

(Foto: Leonhard Simon)

200 Personen ziehen mit Plakaten gegen die Nutzung fossiler Energien durch Fürstenfeldbruck.

Von Karl-Wilhelm Götte, Fürstenfeldbruck

Zu den 270 deutschen Orten, die sich am Freitag am weltweiten Klimastreik von "Fridays for Future" beteiligt haben, gehört auch Fürstenfeldbruck. Etwa 200 Demonstrantinnen und Demonstranten, mehrheitlich ältere Menschen, starteten ihre Klimaaktion durch die Brucker Innenstadt auf der Straße am Brucker Finanzamt. "Kohle ist kein Grund zum Ausbaggern", steht auf Sandra Orlobs Pappschild, das sie aus Türkenfeld mitgebracht hat. "Wir müssen die jungen Menschen unterstützen und alle an einem Strang ziehen", bekräftigt Orlob. "Make the earth cool again", hält eine junge Demonstrantin ein Schild hoch. Michael Paxian, Deutsch- und Ethiklehrer am Viscardi-Gymnasium sieht "Klimaschutz als Menschenschutz" und generell als "Schutz des Lebens".

Die Organisatorinnen sprechen sich gegen jeden Radikalismus aus. "Nein, wir kleben uns nicht auf der Straße fest", sagt die 18-jährige Aurelia Griek nachdrücklich. "Wir demonstrieren friedlich und respektvoll." Es wird am Rathaus vorbei gehen und dann am Volksfestplatz mit Musik enden. Vor dem Rathaus wird "Image" von John Lennon angestimmt. Der Text ist gerade verteilt worden. Kritik gibt es an den Entscheidungen der Regierung und des grünen Wirtschaftsministers Robert Habeck, der fossile Energien wieder auf den Plan gerufen hat. "Das ist ein Rückschritt", meint Viktoria Junga, die Pressesprecherin der Brucker Ortsgruppe von "Fridays for Future."

Auch Lokalpolitiker dabei

Alle Krisen hingen zusammen, es müsse langfristig gedacht werden, argumentiert Junga, 28, die gerade ihre Masterarbeit im Fach Gesundheitsmanagement geschrieben hat. Viele Demonstranten sind mit Fahrrädern gekommen. Laurin, 13 und Benedikt, 11, gleich mit einem Doppelfahrrad. Hintendran hängt ein Plakat. "Kalorien statt Benzin" haben die Jungs da draufgeschrieben. Der Bund Naturschutz demonstriert mit, ebenso der Fahrradclub ADFC. Gerne lassen sich bei "Fridays for Future" auch die lokalen Politikgrößen sehen. So sind Christian Götz (BBV), Jan Halbauer (Grüne), Alexa Zierl (ÖDP) und Andreas Lohde (CSU) auszumachen.

Ehe losmarschiert wird, liest der 13-jährige Lemm Perreira de Acumbujo, Schüler der achten Klasse am Rasso-Gymnasium, den Anwesenden und Nichtanwesenden die Leviten: "Immer mehr, immer schneller - wir produzieren Dinge, die wir nicht brauchen und essen viel zu viel Fleisch. Jedes Jahr isst jeder einmal seinen Nachbarn auf."

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB