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Energieverbrauch:Beleuchtung bei Bedarf

Eichenau: Inbetriebnahme LED-Strassenbeleuchtung / Donauschwabenweg

Während diese Leuchte bereits brennt, werden die LED-Lampen erst ganz hell, wenn sie gebraucht werden.

(Foto: Johannes Simon)

Eichenau stellt an einem Weg zum Bahnhof LED-Lampen mit Bewegungsmeldern auf

Von Erich C. Setzwein, Eichenau

Nach Einbruch der Dunkelheit wird es im Donauschwabenweg in Eichenau hell. Für zehn Minuten, dann scheint es wieder nur ein Funzellicht zu sein. Sobald aber ein Fußgänger vom Bahnhof zur Roggensteiner Allee geht oder ein Radler unter den sechs neuen Leuchten hindurch huscht, blenden die LED-Lampen voll auf. Das ist so beabsichtigt von Gemeinde und Komm-Energie, denn der Donauschwabenweg ist der erste Verkehrsweg, dessen Beleuchtung mit Bewegungsmeldern gesteuert wird.

"Wir müssen intelligent mit dem Energieverbrauch umgehen", sagt Eichenaus Bürgermeister Peter Münster, und der Geschäftsführer der Stromversorgers Komm-Energie, Alois Krammer, ist da ganz bei ihm. "Wir können da mit 30 Prozent der herkömmlichen Leistung auskommen." Ganz aus gehen die Lampen nicht, nach jeweils festgelegten Zeiten schalten die 18-Watt-Leuchten in einen Sparmodus und erhöhen ihre Leuchtkraft erst auf 100 Prozent, wenn der Infrarot-Bewegungsmelder auch Bewegung meldet. Doch allein ums Energiesparen ging es der Gemeinde nicht, als der Einbau der Leuchten beschlossen wurde. Es wurde dadurch auch eine dunkle Ecke beseitigt, über die sich Eichenauer immer wieder beklagten. Denn der Donauschwabenweg ist eine viel genutzte Verbindung zum S-Bahnhof, die verbessert werden sollte. Der Umweltbeirat war zunächst gegen die Beleuchtungsaufrüstung an dieser Stelle. Viel lieber hätte es Vorsitzender Claus Ehrenberg gehabt, wenn die Lampen mit Bewegungsmelder an einer "normalen Anliegerstraße" aufgestellt worden wären. Schließlich fand dann doch die Lösung doch Gefallen. Auch so sei ein Experiment möglich.

Alois Krammer sagte bei der offiziellen Vorstellung, dass Messgeräte installiert seien, mit denen der Betrieb aufgezeichnet werde. Immerhin geht es nicht um große Wattzahlen. Je Brennstelle sind es 18 Watt bei voller Leistung und 3,6 Watt im Stand-by-Betrieb. Anders sieht es bei den im weiteren Verlauf installierten Natriumdampflampen aus, die 50 Watt verbrauchen.

Nun sind die Lampen schon einige Zeit in Betrieb. Bislang haben aber weder Gemeinde noch Komm-Energie Rückmeldungen aus der Bevölkerung bekommen. Dabei seien Modelle verwendet worden, die eine spezielle Ausleuchtung nur auf den Weg hätten und Anwohner nicht blenden sollten, meinte Krammer. "Die Lampen können gezielter ausstrahlen", sagte Münster. Der Aufwand der bislang dunklen Eichenauer Ecke sei vergleichsweise gering gewesen. Es seien 250 Meter Kabel verlegt worden, die Kosten beliefen sich auf 13 000 Euro. Dass es weitere "Teststrecken" in Eichenau geben könnte, wollte Komm-Energie-Geschäftsführer Krammer nicht ausschließen.

Krammer machte aber darauf aufmerksam, dass es in normalen Straßen mit Autoverkehr andere Voraussetzungen gebe. Die Gemeinde habe eine Verkehrssicherungspflicht, der sie nachkommen müsse. Dazu gehöre eine ordentliche Straßenbeleuchtung. Ergebnisse beim Stromverbrauch und Erkenntnisse, wo anders solche Lampenlösungen eingesetzt werden können, erwartet Krammer erst in einem Jahr.

© SZ vom 09.09.2017

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