Die Linke:Armut unmöglich machen

Fürstenfeldbruck
Ernestine Martin-Köppl

Ernestine Martin-Köppl wünscht sich revolutionäre Politik und Solidarität.

(Foto: Fotostudio Engels)

Ernestine Martin-Köppl setzt bei der Linken auf Solidarität

Warum sind Sie in die Politik gegangen und warum in Ihre Partei?

Das eigentliche Ziel ist der Aufbau der Gesellschaft auf einer Grundlage, die Armut unmöglich macht (Oskar Wilde). Dieser Schlüsselsatz war es, der mich in die Politik getrieben hat. Da gab es nur eine Partei, die Linke. Links-Sein ist mehr als Politik, es ist eine Lebensphilosophie.

Was haben Sie in den vergangenen Jahren politisch bewegen können?

Es ist uns gelungen, bei der Kommunalwahl auf Anhieb fünf Mandate gewinnen. Das hat uns das sichere Gefühl vermittelt, das Kämpfen hat sich gelohnt. Darauf möchte ich aufbauen und für unsere Ziele in den Bundestag einziehen.

Wie schnell und auf welche Weise kann Deutschland aus der Corona-Pandemie finden?

Einen Weg aus der Pandemie finden wir nur, wenn wir solidarisch, gemeinschaftlich denken und handeln. Es braucht viel mehr Aufklärung, medizinisch und juristisch, insbesondere was unsere Grundrechte betrifft, und eine unabhängige Wissenschaft. Wir dürfen die ärmeren Länder nicht ausschließen, müssen die Vakzine kostenfrei weitergeben.

Klimaerhitzung, Artensterben - wie ist Ihr Rezept zur Bewältigung der ökologischen Krise?

Die Linke will Investitionen in eine klimagerechte Mobilitätswende, in den Ausbau erneuerbarer Energien und in die Stärkung der öffentlichen Daseinsvorsorge. Wir bauen den öffentlichen Nahverkehr aus und machen ihn kostenfrei. Das heißt auch: Keine Subventionierung von Kerosin, erneuerbare Energien ausbauen, die Deutsche Bahn zur Bürgerbahn machen, Energie in die Hand von Gemeinden und Genossenschaften, sozial und nach Verbrauch gestaffelte Strompreise.

Wie erklären Sie einem Erst- oder Nichtwähler, warum er zur Wahl gehen sollte?

Nur wer mitmacht, kann mitgestalten. Politik ist der Auftrag, das, wovon man überzeugt ist, möglich zu machen.

Wenn Sie diesmal nicht in den Bundestag kommen, was machen Sie dann in den nächsten vier Jahren? Treten Sie 2025 erneut an?

Dann werde ich garantiert keineswegs den Kopf in den Sand stecken. Im Gegenteil! Schließlich stehen die nächsten Wahlen bereits vor der Türe. Nach der Wahl ist vor der Wahl.

Was wünschen Sie sich für die weitere Entwicklung in Deutschland und wovor haben Sie Angst?

Dass wir eine revolutionäre Politik gestalten, bei der Miteinander und Menschlichkeit zählen, Solidarität und das Plurale es spannend machen. Wo wir nicht ausgrenzen, sondern zusammenrücken. Wenn wir die Schwachen verteidigen wollen, dürfen wir nicht defensiv sein. Angst vor der Zukunft habe ich nicht. Vielleicht ist Hoffnung ein Trugschluss, ich baue darauf. Sonst wäre ich nicht die, die ich bin.

Ernestine Martin-Köppl, 61, ist Kreissprecherin der Linken, der sie seit 2013 angehört. Die frühere Krankenschwester arbeitet als Bürokauffrau. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter.

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