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Coronavirus:Zwei beatmete Patienten

Klinikchef Alfons Groitl schildert Kreisräten die aktuelle Lage

Aktuell werden zwei an Covid-19 erkrankte Patienten im Kreisklinikum beatmet. Das berichtete am Donnerstag Klinikvorstand Alfons Groitl den Mitgliedern des Kreisausschusses. Groitl war zu der Sitzung gekommen, weil es noch einmal um die Großraum-München-Zulage für die Beschäftigten des Kreiskrankenhauses ging. Er bedankte sich bei den Kreispolitikern für den Gehaltszuschlag für die Mitarbeiter und nutzte die Gelegenheit, aus dem Klinikalltag in Corona-Zeiten zu berichten. Demnach befanden sich am Donnerstag auf zwei Stationen sieben positiv auf das Virus getestete Patienten sowie neun Personen mit Verdacht auf eine Ansteckung. Zwei weitere Patienten, eben die, die beatmet werden, liegen auf der Intensivstation.

Bei den Zahlen handelt es sich nicht um die Gesamtzahl der im Landkreis wohnenden Personen mit Covid-19. Momentan gibt es 275 Infizierte. Viele Erkrankte bleiben zu Hause. Stationär aufgenommen würden nur Personen, bei denen es medizinisch angeraten sei, sagte der Klinikleiter. Seinen Worten nach steigt die Zahl der Infizierten stetig an. Auch unter den Klinikbeschäftigten gibt es zahlreiche Corona-Fälle. 90 der etwa 900 Mitarbeiter seien schon von Quarantäne betroffen gewesen. Zu schaffen machen der Klinik Fälle wie der einer Frau, bei der erst nach der Operation festgestellt wurde, dass sie sich mit dem Coronavirus infiziert hatte. Für das Betreuungsteam bedeutete dies Quarantäne. Mittlerweile ist Mundschutz obligatorisch. Das gilt nach Worten des Klinikchefs auch für Putzpersonal auf Stationen mit Corona-Patienten.

Zudem stellt die Pandemie die Kreisklinik vor finanzielle Probleme. Um auf den Anstieg von Erkrankten vorbereitet zu sein, werden momentan 94 Betten frei gehalten. Das hat jedoch einen starken Rückgang der Einnahmen für das Krankenhaus zur Folge. Auch die Zurückstellung von aufschiebbaren Operationen bringt der Klinik Verluste. Momentan werden laut Groitl nur zwei der sechs Operationssäle benötigt. Der Klinikleiter hofft auf Hilfe aus der Politik. Vor den Kreisräten betonte er, wie wichtig eine finanzielle Unterstützung durch den Staat in dieser Situation für die Brucker, aber auch viele andere Kliniken sei.

Und auch an Jugendliche und junge Erwachsene richtete der Fürstenfeldbrucker Klinikchef einen Appell: Das Virus kann auch bei ihnen eine schwere Erkrankung auslösen. Gefährdet sind laut Groitl nicht nur alte Menschen. Es gebe Patienten aus allen Altersschichten, sagte er. Nur Kinder unter zwölf Jahren hätten bislang keine Probleme mit dem Corona-Virus gehabt.

© SZ vom 28.03.2020

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