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Corona-Pandemie:Mehr Vakzin, mehr Kapazität

Das Impfzentrum im ehemaligen Aldi an der Industriestraße ist Mitte Dezember eröffnet worden und sieben Tage die Woche in Betrieb.

(Foto: Carmen Voxbrunner)

Im Fürstenfeldbrucker Impfzentrum sollen noch diese Woche alle in die Prioritätsgruppe zwei eingestuften Landkreisbürger einen Termin erhalten

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Bis Ende der Woche soll jeder Bürger im Landkreis, der in die Prioritätsgruppe zwei eingestuft ist, ein konkretes Impfangebot erhalten. Das teilt das Rote Kreuz mit, von dem das Impfzentrum im Fürstenfeldbrucker Westen mit seinen insgesamt hundert Mitarbeitern betrieben wird. BRK-Sprecherin Anette Menke nennt als Grund den "außergewöhnlich hohen" Anstieg der Impfstofflieferung und gleichzeitig den erneuten Ausbau der Kapazitäten in dem ehemaligen Aldi an der Industriestraße.

Durch erweiterte Öffnungszeiten sowie Prozessoptimierungen könnten dort nun täglich 950 Personen immunisiert werden, erläutert Verwaltungsleiterin Lena Deininger. Falls auch die erweiterten Kapazitäten bald nicht mehr ausreichen sollten, könnten dem Roten Kreuz zufolge kurzfristig zusätzliche Pop-up-Impfzentren eröffnen. Auf weitere außerplanmäßige Impfaktionen wollen Landkreis und Rotes Kreuz verzichten. Deininger: "Unser Ziel bleibt weiterhin, jeden Impfstoff zu verimpfen, den wir geliefert bekommen." Das Rote Kreuz beziffert die Quote der Impfungen auf fast 27 Prozent.

Laut Lena Deininger melden sich immer noch Menschen neu an, die der Prioritätsgruppe zwei zuzurechnen sind. Der vor allem in den sozialen Medien vermittelte Eindruck, nur "junge" Menschen" würden derzeit geimpft, täusche: oft sei gleichwohl nicht das Alter, sondern der Beruf das entscheidende Kriterium für die Einstufung gewesen.

"Die "Hauptlast" trage trotz des großen Engagements der niedergelassenen Ärzte nach wie vor das Impfzentrum, betont Landrat Thomas Karmasin (CSU). Bei der virtuellen Sitzung der oberbayerischen Landräte sprach er sich deshalb deutlich für einen Weiterbetrieb der staatlichen Impfzentren im Bezirk aus. In einer Mitteilung wird er zitiert mit den Worten: "Wir alle erleben durch zahlreiche Zuschriften und Anrufe täglich, wie sehr immer noch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger ihre Impfung gegen Covid-19 herbeisehnen. Wir als oberbayerische Landräte sind uns einig, dass die staatlichen Impfzentren, die von den Kreisverwaltungsbehörden vor Ort betrieben werden, zumindest mittelfristig als Rückgrat der Impfstrategie fortgeführt werden müssen." Karmasin ist Vorsitzender des Bezirksverbands.

Erweitert wird derweil das Angebot an Corona-Schnelltestzentren im Landkreis. Weitere Standorte wurden in Mammendorf und Maisach eröffnet. Das teilt Christina Schmiedel vom "Schnelltestzentrum-FFB" mit. Andreas Rothenberger aus Fürstenfeldbruck fungiere dort als Subunternehmer. In Maisach befindet sich die Teststation im Zelt neben dem Rathaus, in Mammendorf wird - ebenfalls kostenlos - auf dem Volksfestplatz getestet. Terminvereinbarungen sind nicht erforderlich, das Ergebnis liegt nach 20 Minuten vor, auch per E-Mail. Wer sich zuvor unter www.schnelltestzentrum-ffb.de anmeldet, erhält einen mehrmals verwendbaren QR-Code. Beide Standorte sind geöffnet von Montag bis einschließlich Freitag, jeweils von 7 bis 18.30 Uhr.

Überschattet werden die Erfolgsmeldungen von der Nachricht eines weiteren Todesopfers mit Coronabefund: Das Gesundheitsamt meldet, dass in einer Klinik ein 62 Jahre alter Mann verstorben ist. Auf der Intensivstation des Kreisklinikums werden zurzeit vier Covid-Patienten beatmet. In Quarantäne befinden sich aktuell 561 Infizierte sowie 909 Kontaktpersonen.

© SZ vom 05.05.2021
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